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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Fahrenheit.

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worden ist. Auch finde ich in Birch *), dafs der königl.Gesellschaft in London am 28. Mai 1684 ein Brief voneinem Herrn Musgrave vorgelesen ward, worin von einemneuen Thermometer in Paris Nachricht gegeben wird, dasnur 3" Länge und 5"' im Durchmesser hätte, mit Queck-silber gefüllt sei und siqjh sehr zur Beobachtung des Ver-laufs von Fiebern eigne. Aber dies Thermometer hattesicher keine ordentliche Skale, und wie wenig Beifall esfand, ersehen wir daraus, dafs Halley im J. 1693 das Queck-silber als thermometrische Flüssigkeit förmlich verwarf, undnoch im J. 1701 Newton zum Leinöl seine Zuflucht nahm.Brauchbare Quecksilbertherinometer mit zuverlässiger Skaleverfertigt zu haben bleibt ganz ohne Widerrede das Ver-dienst von Fahrenheit.

Die Beschäftigung mit dem Thermometer führte Fah-renheit darauf, den Siedepunkt verschiedener Flüssigkeitenzu bestimmen, worüber er auch in den Philos. Transact.von 1724 eine Tafel gegeben hat. Nächstdem kam er auchdarauf den Siedepunkt des Wassers zu verschiedenen Zei-ten zu untersuchen, und dabei machte er die Beobachtung,dafs derselbe veränderlich sei, und von dem jedesmaligenBarometerstand abhange, eine Beobachtung, die in dieserWeise noch nicht gemacht war. Dies brachte ihn auf dieIdee, ein Thermometer zu konstruiren, das auch als Baro-meter dienen könne. Dasselbe war ein Thermometer, dessenBohre unten die gewöhnliche Skale 0 bis 96 hatte, obena ber nicht die Siedetemperatur, sondern die jedem Siede-punkt entsprechende Barometerhöhe angab, also auch auf-wärts die Zahlen 27", 28", 29" mit den Unterabtheilungentrug. Damit die Röhre nicht zu lang werde, erhielt siezwischen beiden Skalen in der Mitte eine Erweiterung.Bie barometrische Skale war wohl empirisch gefunden undUur für meteorologische Zwecke, nicht für Höhenmessungenberechnet. Fahrenheit ist also Erfinder des Thermo-,Barometers, welches später von Cavallo (Phil. Transact.

‘) Hist, of the royal Society IV, 299.