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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Fahrenheit.

1781) und noch später von Wollaston (Phil. Tr. 1817) ver-bessert und vervollkommnet wurde.

Eine andere interessante Entdeckung, die Fahrenheitim Lauf seiner Arbeiten mit dem Barometer machte, istdie, dafs das Wasser unterhalb des Gefrierpunktes flüssigbleiben kann, sobald man es ij» völliger Ruhe läfst. Ermachte diese Beobachtung am 21. März 1721, als er einehalb mit Regenwasser gefüllte Glaskugel, die in einer kur-zen Röhre mit feiner Spitze endigte, mehrmals ausgekochtund darauf die Spitze zugeschmolzen hatte. Er setzte sieso über Nacht einer Kälte von 15° F., d. h. etwa — 8° R.aus, und da er dennoch am andern Morgen das Wasserflüssig fand, brach er die Spitze der Röhre ab, worauf dasWasser sogleich gefror. Er glaubte anfangs, der Mangelan Luft habe dies Gefrieren bewirkt, allein bei wieder-holten Versuchen überzeugte er sich, dafs das Phänomenauch ohne Ausschlufs der Luft zu Stande komme, undnur durch die Erschütterung bewirkt werde ').

227. Endlich ist noch von Fahrenheit zu erwähnen,dal's wir ihm das erste recht zweckmäfsige Gewichts-aräometer verdanken. Man hat bekanntlich zur Ermitt-lung des specifischen Gewichts von Flüssigkeiten zwei Ar-ten von Aräometern, Volumen- und Gewichts-Aräometer.Die ersteren sind mit einer Skale versehen, und der Punktderselben, bis zu welchem sie in die Flüssigkeit einsinken,giebt das spec. Gewicht derselben an. Bei diesen Aräo-metern ist das Gewicht des Instruments konstant, und dasvon ihnen in die Flüssigkeit eingetauchte Volumen ver-änderlich nach deren Dichte. Die Gewichts-Aräometer da-gegen haben statt der Skale nur eine einzige feste Marke,und das spec. Gewicht wird angezeigt durch die Gewichte,mit denen man das Instrument belasten mufs, damit esbis zu dieser Marke eintauche. Hier ist also das einge-.tauchte Volumen konstant, aber das Gewicht desselbenveränderlich.

) Fischer, ibid. III, 310; Philos. Transact. 1724.