602
Geschichte der Uhren.
Diese Einrichtung war es, welche er im December 1656 inseinem 27. Lebensjahr ersann. Am 16. Juni 1657 erhielter auf dieselbe ein Patent von den General-Staaten, woraufer sie 1658 in der kleinen Schrift Horologium beschriebund abbildete.
Der Werth der neuen Erfindung wurde sogleich all-gemein anerkannt; kaum war sie durch die kleine Schriftverbreitet worden, als man auch schon anfing die altenBilanzen von den Uhren auszuheben und dafür Pendeleinzusetzen. Man nahm Pendel von 12 bis 20 Fufs Längemit Linsen daran von 30 Pfund. Die Thurmuhren vonScheveningen bei Haag und in Utrecht gehörten zu denersten, die mit der neuen Erfindung versehen wurden.Eine Unzahl von Gratulationsbriefen aus allen LändernEuropas und von Männern des verschiedensten Standes,die man in dem Nachlafs von Huygliens aufgefunden hat,beweist, mit welchem Enthusiasmus die Erfindung auf-genommen wurde.
253. Huygheus begnügte sich indefs nicht mit diesemersten Schritt. Er hatte eine Unvollkommenheit an seinerVorrichtung entdeckt, und suchte sie zu verbessern. Nil actum reputans, si quid superesset agendum war sein Wahl-spruch. Schon am 31. Januar 1659 spricht er in einemBriefe an einen Herrn Mylon in Paris , dals er von demEchappement mit vertikaler Spindel zu dem mit horizon-taler übergegangen sei, das Getriebe mit Zahnrad fortge-lassen, aber dafür zwei kleine Stücke hinzugefügt habe,um die Ungleichheiten in den Schwingungen des Pendelsaufzuheben. Und im December desselben Jahres meldeteer seinem früheren Lehrer der Mathematik, dem ProfessorSchooten in Leyden , dals jene Stücke aus zwei gekrümmtenBlechen bestehen, zwischen welchen das Pendel seineSchwingungen vollführe, hinzusetzend, es sei ihm gelungen,was er nie geglaubt habe, nämlich die Kurve aufzufinden,längs welcher ein Pendel alle seine Schwingungen, kleinewie grolse, in gleicher Zeit vollende.