Pendelschwingungen.
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wollte er den dritten Theil davon, welchen er Stunden-ful's, pes horarius, nannte, als Einheit der Längenmafseangenommen wissen.
Das von Huyghens angewandte Pendel bestand auseiner Bleikugel, die an einem Faden hing. Er versetztees in kleine Schwingungen, und zählte, wieviele Schwin-gungen es in einer bestimmten durch eine Pendeluhr ge-messenen Zeit machte. Hierauf berechnete er, wie langdas einfache Pendel sei, welches seinem zusammengesetz-ten entspreche, und nachdem er nun diese Länge und dieSchwingungszeit hatte, konnte er leicht nach dem Gesetzevon Galilei t : t' = VI: Vt berechnen, wie lang dasjenigeeinfache Pendel sein werde, welches eine kleine Oscilla-tion in einer Sekunde vollffthrt.
So fand er fair Paris die Länge des Sekundenpendels= 440,5 pariser Linien und seinen pes horarius in demVerhältnifs 881 : 864 zu dem pariser Fufs. Er hatte fer-ner auf theoretischem Wege gefunden, dafs die Zeit zumSchwingen durch einen sehr kleinen Bogen sich zu derZeit des freien Falles durch einen Raum von doppelterLänge desselben Pendels sich verhalte wie ir: 1, und da-nach berechnete er mittelst der obigen Data, dafs zu Paris die Fallhöhe der Körper für die erste Sekunde sei: pro-xime pedum 15 et unciae unius.
Als Huyghens diese Bestimmungen machte, war esihm noch nicht bekannt, dafs die Schwerkraft und dem-gemäl's die Länge des einfachen Sekundenpendels nach dergeographischen Breite des Beobachtungsortes verschiedensei. Dennoch hätte sein Vorschlag, das Pendel als Län-genmafs zu gebrauchen, wohl verdient besser von denZeitgenossen aufgenommen zu werden, als es wirklich ge-schah. Er blieb unbeachtet bis zu den Zeiten der fran-zösischen Revolution, wo er endlich ins Leben gerufenwurde, und wenn er auch nicht in allen Ländern einegänzliche Umgestaltung der Mafse und Gewichte herbei-führte, so begründete er doch durch strenge Festsetzungder vorhandenen eine neue Epoche in der Metrologie.