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Pendelschwingungen.
Unter den hierher gehörigen Untersuchungen vonHnyghens findet sich noch ein Satz, der auch erst inneuester Zeit zu nutzhafter Anwendung gekommen ist,nämlich der, dais das Oscillationscentrum und der Suspen-sionspunkt wechselseitige Punkte sind, d. li. dal's, wennman das Oscillationscentrum eines Körpers zu seinem Sns-pensionspunkt macht, der frühere Suspensionspunkt zumOscillationscentrum wird, und die Dauer der Schwingun-gen ungeändert bleibt. Dies erlaubt eine sehr praktischeBestimmung der Länge des einfachen Sekundenpendels,welche viel genauer ist als die, welche Hnyghens selbstund ein Jahrhundert hindurch nach ihm die Physiker an-wandten.
Auf diese Benutzung des Satzes von Huyghens hatzuerst unser Landsmann Bohnenberger (gest. 1831) in sei-nem Lehrbuch der Astronomie vom J. 1811 aufmerksamgemacht; doch gebührt dem Engländer Kapitän Kater(gest. 1835), dessen Vater übrigens auch ein, Deutscherwar, das Verdienst, diese Idee auf eine sehr zweckinäisigeund genaue Weise wirklich ausgeführt zu haben bei Ge-legenheit der Revision der englischen Mafse und Gewichte 1 )-Die sorgfältig gearbeitete Stange dieses Pendels trägt zweiSchneiden, welche einander zugekehrt sind, so dafs mandas Pendel, wenn es umgekehrt wird, auch um die bisheruntere Schneide kann schwingen lassen. Zur Unterlageder Schneiden, deren Entfernung genau ermittelt wird,dienen Platten von Stahl oder Achat. Auf der Stange be-findet sich noch ein Laufgewicht, welches so lange ver-schoben wird, bis die Schwingungen des Pendels sowohin seiner ursprünglichen Lage wie in der umgekehrtenvollständig gleich sind. Die Entfernung der beiden Schnei-den ist dann genau die Länge des einfachen Pendels,welches der beobachteten Schwingungszeit angehört, un<fman kann darauf weiter durchaus zuverlässige Schlüsse
*) Philosophical Transact. 1818.