Buch 
Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
Entstehung
Seite
633
JPEG-Download
 

Theorie des Stofecs.

633

Was andererseits Wren und Huygliens betrifft, sobetrachteten sie in ihren Abhandlungen nur den Stofselastischer Körper. Beide entwickelten ihre Theorie ingrofser Kürze, Eleganz und Allgemeinheit, aber ohne Be-weise. Die von ihnen für den centralen Stofs aufgefun-denen Sätze sind sämmtlich in den beiden Formeln ent-halten :

■ m’v 4- n («' — v) m!

(I)

i mv'-\-m'v — n(v' —t>) m /TT ,

u = —--——- (li;.

m -I-in

Im Februar desselben Jahres 1669 sandte Huygliensnoch einen Nachtrag zu seiner Abhandlung ein, worin eru. A. den folgenden merkwürdigen Satz anzeigte:

mir

■m o ■

■ mu‘

■ m u

d. h. die Summe der Produkte aus den Massen in dieQuadrate der Geschwindigkeiten vor und nach dem Stolseelastischer Körper sind gleich grofs. Es ist dies die ersteAnzeige und Anwendung von einem der allgemeinen Sätzeder theoretischen Mechanik, desjenigen nämlich, welcherspäterhin den Namen des Satzes von der Erhaltung derlebendigen Kräfte bekommen hat, weil Leibnitz das Pro-dukt der bewegten Masse in das Quadrat ihrer Geschwin-digkeit die lebendige Kraft nannte.

Späterhin hat Huygliens die ganze Lehre vom Stoi'se,mit sinnreichen Beweisen ausgestattet, in einer eigenenSchrift entwickelt, betitelt: Demotu corporum expercussione,die 1703 in seinen Unterlassenen Werken erschien. Dieseersten theoretischen Untersuchungen über den centralenStofs riefen später die ähnlichen über den schiefen oderexcentrischen Stofs hervor von Joli. Bernoulli, Dan. Ber-»oiilli und Euler. Sie gaben auch Veranlassung zu expe-rimentellen Vorrichtungen, um die Richtigkeit der vor-handenen Gesetze zu prüfen. Wren selbst hatte, ehe erseine Resultate bekannt machte, dieselben durch Versuchemit Pendeln geprüft und Mariotte ersann zu diesem Zweck