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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Doppelbrechung und Lichttheorie.

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Lichtstrahlen betrifft, nämlich die Reflexion, die Refraktionund die Doppelbrechung, von denen Newton das letzteregar nicht oder sehr fehlerhaft, und die beiden andern nurunvollständig erklärt hat. Die Auseinandersetzung da-gegen, welche Huyghens von diesen Erscheinungen gegebenhat, wird heut zu Tage als durchaus zutreffend erkannt,und wo es erforderlich ist, reproducirt.

Huyghens läfst die Aethertheilchen, deren Schwin-gungen die Lichtwellen konstituiren, in Richtung derLichtstrahlen oder der Fortpflanzung des Lichts schwin-gen, also Longitudinalschwingungen machen, wie wir esvon den Lufttheilchen bei Fortpflanzung des Schalles inLuft annehmen. Diese Annahme reicht zur Erklärungder Reflexion, der Refraktion und der Interferenz aus,ist aber nicht genügend, um das Phänomen der Polari-sation zu erklären, vielmehr macht diese die Annahmevon Transversalschwingungen oder von Schwingungen recht-winklig zur Fortpflanzungsrichtung nothwendig, ähnlichwie wir sie bei den Wassertheilchen auf der Oberfläche deswellenschlagenden Wassers antreffen. Die Nothwendigkeitdieser Transversalschwingungen ist erst im zweiten Decen-nium dieses Jahrhunderts von Fresnel und AragO erkannt.

Es ist wohl bemerkenswerth, dafs Robert Hooke , derüberhaupt so manchen glücklichen Gedanken hatte, imJ. 1672 in einer Mittheilung an die königl. Gesellschaftzu London die Idee aussprach, dafs das Licht durch Im-pulse fortgepflanzt werde, die winkelrecht auf seiner Rich-tung seien (§ 248). Es war aber ein blofs hingeworfenerGedanke, weder theoretisch noch experimentell näher be-gründet.

270. Jenen sechs Phänomenen fügte Huyghens beiGelegenheit seiner Untersuchung über die Doppelbrechungnoch ein siebentes bis dahin unbekanntes hinzu, die Pola-risation. Er hielt zwei Kalkspathrhomboeder hinter ein-ander, so dafs das Licht, welches zu dem ersten austrat,durch das zweite gehen mufste. Da beobachtete er dannfolgendes: