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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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709
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Newton.

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Geschwindigkeit. Die Versuche stimmten so wunderbargenau mit dieser Theorie, dafs schon ein Kollege von ihm,De la Hire , meinte, er habe sie wohl ein wenig nach seinerRegel akkomodirt. De la Hire hielt es sogar für nöthig,die Versuche von Mariotte zu wiederholen, gelangte aberdoch zu keinem anderen Resultat als dieser.

So stand diese Angelegenheit, als Newton in seinenPrincipien ein neues Gesetz aufstellte, welches also lautet:Der Widerstand istgleich dem GewichteinerSä uledes Fluid ums, welche di e Vor der fläche d es beweg-ten Körpers zur Basis und die seiner Geschwin-digkeit zukommende Fallhöhe zur Höhe hat.Bei einem und demselben Körper und einem und dem-selben Fluidum ist also der Widerstand dem Quadrat derGeschwindigkeit proportional.

Um dieses aus theoretischen Principien abgeleiteteGesetz zu prüfen, liefe Newton im J. 1710 am 9. Junidurch Hawksbee in der Paulskirche zu London eine Reihevon Versuchen anstellen, wobei gläserne, theils leere theilsmit Quecksilber gefüllte Kugeln eine Höhe von 220 engl.Fufs durchfielen. Die Versuche stimmten auf eine befrie-digende Weise mit der Theorie, und dasselbe war der Fallbei einer anderen Reihe, welche neun Jahre später derenglische Physiker Desaguliers an demselben Orte, nur auseiner noch grölseren Höhe, 272 Fufs engl., anstellte.

Nach diesen Erfahrungen betrachtete man das New-ton’sche Gesetz des Widerstandes als richtig, wenigstensfür mittlere Geschwindigkeiten. Indefs hatte Newton selbsterkannt, dals seine Theorie den Erfahrungen nicht voll-kommen genüge; durch Versuche mit Pendeln hatte ergefunden, dafs sein Gesetz bei langsamen Bewegungenden Widerstand zu klein giebt. Er folgerte daraus, dafsder Widerstand von zwei Gröfsen abhängig sei, von denendie eine dein Quadrat der Geschwindigkeit proportionalgehe; für die andere konnte er das Gesetz nicht auffinden,und so sah er sich denn genöthigt diese Lehre zu ver-lassen ohne sie vollendet zu haben.