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Newton.
eigentlich die Erfindung dieses bewundernswürdigen In-struments zu verdanken habe.
Die Frage kann verschieden beantwortet werden.Will man die Erfindung demjenigen zuschreiben, bei demsich die erste Spur derselben vorfindet, so hat man garweit zurückzugehen. Man kann mit Archiinedes anfangen,kann Pappus, Keppler, Napier, Cavalieri, Fermat , Mercator,Wallis , Barrow und Andere nennen, in deren Schriftensich inehr oder weniger ausgebildete Spuren derjenigenMethode finden, die darauf beruht die Gränzen zu finden,denen das Verhältnifs der Zunahmen veränderlicher Gröfseusich in dem Mafse nähert, als diese Zunahmen kleinerwerden. Aber in den Händen aller dieser Mathematikerblieb die Methode nur ein besonderer Kunstgriff zur Lö-sung gewisser schwieriger Aufgaben, und keiner ahnte,dafs darin der Keim einer gänzlichen Umgestaltung derWissenschaft liege.
Erst Newton und Leibnitz haben die Allgemeinheitjener Methode erkannt, und sie auf eine fruchtbringendeWeise zur Fortbildung der Wissenschaft anzuwenden ver-standen. Daher kann denn auch eigentlich nur die Fragesein und ist es auch in der That nur gewesen, welchemvon diesen beiden grofsen Männern die Urheberschaft desneuen Kalküls zuzusprechen sei. Leidenschaft und nationaleVorliebe haben diese Frage zu einem heftigen Streite an-geschürt, der es seiner Zeit zu keiner ruhigen Entscheidungkommen liefs. Jetzt nach mehr als einem Jahrhundert,da wir über den streitenden Partheien stehen, können wirein richtiges Urtheil fällen, und müssen es folgender-mafsen abfassen.
Newton ist unzweifelhaft Entdecker jenes höherenTheils der Mathematik, den man heutigen Tages mit demNamen Analysis des Unendlichen belegt, ja er ist sogarder erste Entdecker desselben, aber er ist nicht der alleinige.Auch Leibnitz hat ihn entdeckt, und seine Anrechte aufdiese Entdeckung, wenngleich sie späteren Datums sind,sind darum ebenso wohl begründet wie die von Newton.