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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Zeitgenossen Newton’s.

bei London ein vortreffliches von dem berühmten Grahamkonstruirtes Instrument aufstellte, und von dem jungenDr. Bradley, damals Professor der Astronomie in Oxford ,Keill’s Nachfolger seit dessen Tod 1721, im December 1725einen Besuch erhielt. Um das neue Instrument zu prüfenund zugleich zu sehen, was an den früher von Hooke pu-blicirten Beobachtungen sei, richteten sie dasselbe aufj draconis, und waren sehr erstaunt, diesen Stern südlicherzu finden, als er einen Monat zuvor von Molineux alleinbeobachtet worden war. Sie schrieben dies anfänglich einemBeobachtungsfehler zu, aber die Fortsetzung der Beobach-tung belehrte sie bald eines Besseren, denn es ergab sich,dafs der Stern innerhalb eines Jahres eine ganz regelmäfsigeBewegung machte.

Nicht lange darauf starb llolinenx und Bradley setztenun die Beobachtungen allein fort, und zwar zu Wansteadin Essex mit einem neuen Graham’schen Instrument. Hierverfolgte er das Phänomen von August 1727 mit unaus-gesetztem Fleifs, und war endlich so glücklich im folgen-den Jahre in einem Briefe an Halley, der in den Philos.Transact. von 1728 aufgenommen ist, dasselbe vollständigzu erklären. Es beruht darauf, dafs das Fernrohr nur dannden wahren Ort des Sterns anzeigt, wenn die Bewegungder Erde mit der Richtung des Lichts vom Stern zusammen-fällt; ist dies nicht der Fall, so mufs das Fernrohr mit demObjektiv nach der Seite geneigt werden, nach welcher sichdie Erde hinbewegt, damit der Lichtstrahl dasselbe längsder Axe durchlaufen kann. Diese Abweichung ist amgrüfsesten, wenn beide Bewegungen senkrecht zu einandersind, und wie vorher bemerkt = 0, wenn die Bewegungs-richtungen zusammenfallen. Da die Erde bei ihrem Umlaufum die Sonne ihre Richtung stetig ändert, und das Fern-rohr dem entsprechend gestellt werden mufs, so scheint es,als ob das Gestirn eine periodische Aenderung seiner Lagevollführe. Wäre die Geschwindigkeit der Erde auf ihrerBahn verschwindend klein gegen die des Lichts, so würdedie Erscheinung gar nicht zu Stande kommen, da sie aber