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Elektrisirmaschme. 847
Heinrich Winkler, geb. 1703 zu Wingendorf in der Lau-sitz , der durch diese Erfindungen eine gewisse Epoche inder Geschichte der Elektricität begründet, und sich auchsonst als ein verständiger Beobachter erwiesen hat, war,als er sich mit Elektricität zu beschäftigen anfing, Professorder griechischen und lateinischen Sprache an der Univer-sität Leipzig , wurde später auch Professor der Physik undstarb als solcher 1770 zu Leipzig .
In Deutschland wurden die neu erfundenen Elektrisir-maschinen zunächst dazu gebraucht, um leicht verbrenn-liche Substanzen zu entzünden. Einen solchen Versuchund den ersten dieser Art machte ein Mitglied der berlinerAkademie Christian Friedrich Ludolf im J. 1744 in deröffentlichen Sitzung der Akademie in Gegenwart mehrererhundert Personen; er entzündete Schwefeläther (Spiritusaethereus Frobenii) durch den Funken, den er aus einerelektrischen Eisenstange hervorspringen lief's. Winkler tliatdasselbe init einem Funken aus seinem eigenen Finger beiWeingeist von verschiedener Stärke und bei geschmolzenemund stark erhitztem Pech, Siegellack und Oel . Und DavidGralatli (1739—1809) Professor am Gymnasium zu Danzig und Verfasser einer geachteten Geschichte der Elektricität1756 brachte mittelst des elektrischen Funkens ein ebenausgeblasenes Licht wieder zum Brennen. Gordou endlichsetzte Weingeist durch einen elektrisirten Wasserstrahl inBrand 1 ).
Von Deutschland wunderten die neu erfundenen Elek-trisirmaschinen nach Frankreich und England, wo sie be-sonders in England mannichfaohe Abänderungen und Ver-besserungen erfuhren. Der Abbe Nollet beschrieb zunächstin seinem Essai sur Velectricite des corps, Paris 1747 eineMaschine, die im Grunde nichts weiter war als die deutsche Glaskugelmaschine und nur darum bemerkenswerth ist,dafs das lieibkissen dabei wiederum durch die Menschen-hand ersetzt ist. Der Konduktor hing an seidenen Schnüren,
*) Fischer, Gesell, d. Phys. V, 4S2, 483.