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Die internationale Molkerei-Ausstellung zu Frankfurt a. Main im December 1875 / von Prof. H. Fritz
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Durchgehen wir zunächst die Maschinen, und zwar in der Ordnung,>u welcher sie bei der Molkerei zur Anwendung gelange», dann interessirtuns vor Allein die Aufrah mungsmasch ine, die, wenn in brauch-barer Weise eoustruirt, für die Molkerei von der größten Bedeutung wäre.Arbeitszeit, Raum und Kosten würden bedeutend verringert, könnte manbm Ausrahmungsproceß sofort nach dem Melken, oder doch bald darnach,wenn die Milch gehörig gekühlt ist, vornehmen, anstatt, wie bisher, beiwehr oder minder hoher Temperatur die Aufrahmung durch die Natur voll-dwhen zu lassen, wozu 1 bis 2 Tage Zeit, viel Raum und mehr oder, Minder kostspielige Anlagen erforderlich sind. Bei den bis jetzt angestelltenversuchen wurde die Centrifugalkrast benutzt, um die leichteren RahmtheileMls der schwereren Milchmasse abzusondern. Eine solche Dersuchsmaschinechr continuirlicheu Betrieb war von Professor Al. Prandtl in Weihen-stephan, Bayern , dessen Bruder Anton Prandtl schon 1864 vielver-sprechende Versuche veranstaltete, ausgestellt. Die Maschine besteht imj Aiesentlichen aus zwei au einer verticalen Welle befestigten starken Cylindernvon Blech, die unten weiter von der Welle abstehen, als oben. Röhren,bie mit dem oberen und unteren Theile des Raumes der Hauptröhren inVerbindung stehen, dienen zum Ausziehen des Rahmes und der übrigenNilchbestandthcile, nachdem in Folge der Centrifugalkrast die Ausscheidungstattgefunden hat. Der Centrifugc bedient man sich vielfach in ähnlichen- Hallen der Industrie, wie z. B. bei der Fabrikation der Stärke, mit sehrill'oßem Erfolge. Bei der Aufrahmung wird die Schwierigkeit indessen da-burch vermehrt, daß die spez. Gewichte von Fett, Rahm , ganzer undabgerahmter Milch nur sehr wenig differireu, wodurch ein guter Erfolgwir durch sehr große Geschwindigkeiten der rotirendeu Milchmasscu und inHwlge davon nur unter Verwendung einer bedeutenden Arbeitskraft erzieltwerden kann.

Setzt man die Zeit, die nothwendig ist, damit etwa 80 o/o der in der-'«ich befindlichen Fcttmeugc bei dem gewöhnlichen Verfahren zur Auf-^hniung gelangen, nach Or. Fleisch mann (in dessen vortrefflicherArbeit: Studien über die Milch, in Nobbc's Landwirthsch. Versuchsstationen,^ XIV, 1871. S. 194) zu 4,26 Stunden für eine 100 nun. hohei^ilchschichtc, und nimmt man ferner als Annäherung an, daß die Ge-schwindigkeiten der aufsteigenden Milchkügelchen direct proportional den wir-I Oliven Kräften sind bei der ruhigen Aufrahmung wirkt der Auftrieb inHvlge der in der schwereren Milch schwimmenden Milchkügelchen, bei derlufrahmungsmaschiue nach Prandtl die Centrifugalkrast, so müßte mit^ner Centrifugc von 0,5 in. Radius, bei einer Milchschichte von 100 nun.