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Bestimmung des Geographischen Längenunterschiedes zwischen Leipzig und München / durch die Professoren Dr. Carl v. Bauernfeind und Dr. Carl Bruhns und deren Assistenten Dr. H. Seeliger, L. Weinek und Dr. J.H. Franke
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Bestimmung des Längenunterschieds zwischen der Sternwarte in Leipzig und dem Polytechnikum in München , und der zweite die geodätischeErmittelung der Längendifferenz zwischen diesem Polytechnikum und derSternwarte in Bogenhausen enthält.

Die Redaction des ersten Abschnitts hat vorzugsweise Prof. Br uh nsund die des zweiten Prof. Bauernfeind in München besorgt.

Erster Abschnitt.

Bestimmung des Liingenunterschiedes zwischen der Sternwarte in Leipzig und dem Polytechnikum in München auf telegraphischem Wege.

Die Beobachtungen wurden zu Leipzig im östlichen Meridianzimmerder neuen Sternwarte auf einem 9,4 Meter vom Mittelpunkte des Haupt-gebäudes abliegenden Steinpfeiler und in München auf einem eben solchenPfeiler gemacht, der sich in dem nordwestlichen Viertel des zum Poly-technikum gehörigen Hofraumes nahe an der Umfassungsmauer befindet.Dieser letztere Beobachtungspfeiler war nach Anordnung des HerrnProf. v. Bauernfeind behufs fester Aufstellung des Passagen-Instrumentsmit einer nach den Himmelsgegenden orientirten rechteckigen Sand-steinplatte bedeckt und mit einem zerlegbaren Bretterhause überbaut,das mit einem zur Aufnahme der galvanischen Batterie dienendenRaume des Kellergeschosses im nördlichen Flügel des Polytechnikumsin elektrischer Verbindung stand.

Während von der Leipziger Sternwarte eine ständige Drahtleitungzu der dortigen Telegraphenstation führt, musste eine solche in München zwischen dem Polytechnikum und dem Telegraphenamts-Gebäude auf dieDauer der Beobachtungen und auf Kosten der Kgl. Bayer. Gradmessungs-Commission erst hergestellt werden. Die Ausführung besorgte dasKgl. Telegraphenamt, welches uns auch eben so bereitwillig als die Kais.Deutsche Telegraphendirektion innerhalb der Zeit vom 8. bis 31. Juli1873 nicht nur die Drahtleitung zwischen München und Leipzig , sondernauch einen Telegraphisten von 9 bis 3 Uhr Nachts zur Verfügungstellte; was wir mit besonderem Danke öffentlich anzuerkennen unsverpflichtet fühlen.