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Bestimmung des Längenunterschiedes zwischen den Sternwarten von Kopenhagen und Altona / von Professor, Dr. C.A.F. Peters
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Einleitung.

gleichungen der einzelnen Chronometer hervorgehenden Meridianunterschiede-wurden nachder Theorie von Gauss berechnet (Astron. Nachr. Band Y, Seite 227). Als Endresultatwurde gefunden :

1H S

Kopenhagen (Ilolkens Bastion) östlich von Altona (Meridiankreis) = 10 32,583.

Der runde Thurm in Kopenhagen liegt, nach Schumachers Dreiecksverbindung, 0*57östlich von der Sternwarte auf Ilolkens Bastion (Astron. Nachr. Band I, Seite 198). AusSchumachers zuverlässigeren Längenbestimmungen folgt daher:

Kopenhagen (runder Thurm) östlich von Altona (Meridiankreis) = 10"*33*15.

Auf den Wunsch des Herrn Geheimen-Etatsraths Andrae ist, im Jahre 1863, eineLängenverbindung zwischen der neuen Sternwarte in Kopenhagen und der Altonaer Stern-warte , unter Anwendung galvanischer Signale von mir ausgeführt, und ausserdem, durcheine kleine trigonometrische Operation, noch die Lage der neuen Sternwarte gegen die frühereUniversitäts - Sternwarte (den runden Thurm) und die in Kopenhagen belegenen Dreiecks-puncte der dänischen Gradmessung bestimmt worden. Die gegenwärtige Abhandlung enthältvorzugsweise eine Auseinandersetzung der für diese Operationen angewandten Beobachtungs-methoden, so wie eine Zusammenstellung der Beobachtungen und der daraus abgeleitetenResultate.

Das Beobachtungsverfahren wurde so angeordnet, dass die Fehler in den Ilectascen-sionen der beobachteten Sterne, die Personaldifferenz der Durchgangsbeobachtungen, dieetwaigen individuellen Fehler der Passageninstrumente, die Zeit welche der galvanische Stromgebraucht um von einer Beobachtungsstation zu der anderen zu gelangen, die Trägheit derzum Registriren der galvanischen Signale benutzten Apparate, die verschiedene Stellung dervon beiden Beobachtern benutzten Schreibstifte des Chronographen, und für diejenigendieser Fehlerquellen, welche sich im Laufe der Zeit verändern, auch die der Zeit propor-tionalen Aenderungen keinen Einfluss auf die aus den Beobachtungen abzuleitende Längen-differenz haben.

Als Durchgangsinstrumente sind dieselben Reps oldsehen Universalinstrumentebenutzt worden, welche später, im Jahre 1867, auch bei der Längenverbindung von Kiel mit Altona zur Anwendung gekommen sind. Beide sind von gleicher Grösse und Construc-tion. Das Fernrohr an denselben ist ein gebrochenes mit einer Objectiv Oeffnung von21 Pariser Linien. Die benutzten Oculare vergrössern nahezu 100 mal. Das Objectiv-Endedes Fernrohrs ist auf der Mitte der IJorizontalaclise befestigt. Mittelst eines Prismas werdendie durch das Objectiv kommenden Lichtstrahlen nach dem Fadennetz reflectirt, welchessich an einem Ende der IJorizontalaclise befindet. Durch das entgegengesetzte Ende ge-langen bei Abendbeobachtungen die Strahlen einer Lampe in das Fernrohr, die zur Beleuch-tung des Gesichtsfeldes dienen. Die Länge der Drehungsachse zwischen den Beriihrungs-