Einleitung.
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stellen der Zapfen mit den Lagern beträgt 12 Pariser Zoll. Der grösste Theil des Gewichtsder horizontalen Drehungsachse und der daran befindlichen Theile wird von vier auf Federnsich stutzenden Frictionsrollen getragen, so dass die Zapfen nur mit einem sehr geringenGewicht in den Lagern liegen. Das Umlegen des Instruments in den Lagern geschieht auffolgende Weise. Durch das Drehen einer Kurbel am Fussgestelle wird mittelst einer Ma-schinerie das Instrument aus den Lagern gehoben, darauf um einen verticalen Zapfen um180° gedrehet und alsdann, durch das Drehen der Kurbel, wieder in die Lager herabgelassen.Das Umlegen lässt sich in wenigen Secunden, und ohne Gefahr die optische Achse oderdas Azimuth des Instruments dadurch zu verändern, ausführen. Die Neigung der horizon-talen Drehungsachse wurde immer bei horizontaler Lage des Fernrohrs, durch ein Setz-niveau bestimmt, dessen Füsse die Zapfen an denselben Stellen berühren, welche auf denLagern reiben.
Eins der beiden Universalinstrumente war schon im Jahre 1858, bei der Längen-verbindung Altona Schwerin benutzt worden, das andere hatte die Berliner Sternwarte zudem vorliegenden Zwecke geliehen. In der Folge wird, um abzukürzen, das erstere mit A,das zweite mit B bezeichnet werden. Vor der diesmaligen Anwendung wurden an beidenInstrumenten verschiedene Aenderungen vorgenommen. Die Zapfen der Horizontalachsenwurden in der llepsold’schen Werkstatt aufs neue sorgfältig abgedreliet. Die Fernröhrewurden mit Fadenmikrometern versehen, um den Abstand der Mire vom Mittelfaden messenzu können. Die Röhren der Niveaus wurden mit einer Glashülle umgeben, um sie gegendie Einwirkungen der Wärme des Beobachters und insbesondere der Laternen zu schützen.Die Ilöhenkreise mit ihren Mikroskopen, so wie auch die Mikroskope des Horizontalkreiseswurden für den vorliegenden Zweck der Beobachtung von Meridiandurchgängen abgeuommenund für erstere entsprechende Gegengewichte angebracht. Alle Theile des Instrumentswurden, so W'eit es sich ausführen liess, mit Ueberzi'igen von Tuch, Pappe oder Cautchucversehen.
In Folge der erwähnten Verbesserung der Zapfen, welche kurz vor dem Beginneder zu der vorliegenden Längenverbindung angestellten Beobachtungen vorgenommen woidenist, haben für das Instrument A die Unterschiede zwischen den Uhrcorrectionen, welchebei der Längenverbindung mit Schwerin , die in beiden Lagen des Instruments (Ocular Ostoder West) angestellten Beobachtungen gezeigt haben, beinahe ganz aufgehört. Durch dieAnbringung der Fadenmikrometer sind gleichfalls erhebliche Vortheile erlangt worden. MitHülfe dieser Mikrometer konnte der Collimationsfehler hei horizontaler Lage des Feimolussehr scharf bestimmt werden, und aus der Vergleichung solcher Bestimmungen mit denWerthen, welche aus Beobachtungen von Circumpolarsternen in beiden Lagen des Instru-ments hervorgehen, liess sich die seitliche Biegung mit beträchtlicher Scharfe ei mittein, sodass aus der Verbindung aller für die Längenbestimmung ausgeführten Beobachtungen