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Bestimmung des Längenunterschiedes zwischen den Sternwarten von Kopenhagen und Altona / von Professor, Dr. C.A.F. Peters
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Einleitung.

Zeiten haben konnte. Es zeigte sich sehr bald, wie nützlich diese Vorsicht gewesen ist.An den ersten drei Tagen, am 15 ten , 16 ten und 17 ten April, gaben die Ablesungen derKopenhagener Mire zwar nur geringe Veränderungen im Azimuthe des Universalinstrumentszu erkennen, so dass ich glaubte schliessen zu dürfen, die Aufstellung dieses Instrumentsund auch die des Mirenfernrohrs seien sehr solide. Allein als die Stationen zum erstenMale gewechselt waren, fand I)r. Lesser am. 23 ten April, dass das Mirenfernrolir seineNeigung beträchtlich verändert hatte, indem es nicht mehr möglich war, eine gute Beleuch-tung des darin befindlichen Fadenkreuzes zu bekommen. Am folgenden Tage veränderteDr. Besser die Neigung des Collimators, um die Beleuchtung wieder in guten Stand zubringen. Am 28 ten April fand Dr. Lesser eine noch viel stärkere Veränderlichkeit der Mire.Das Azimuth derselben veränderte sich in 48 Minuten um 70 Sekunden. Bei näherer Unter-suchung fand sich, dass der obere Theil des Mirenpfeilers einen Riss bekommen hatte.Der beschädigte Theil wurde am 30 ten April weggenommen und durch einen Sandsteinersetzt. Nach dieser Reparatur wurde das Mirenfernrolir wieder aufgestellt und zeigte vonnun an nur geringe Veränderungen in seiner Stellung. Am 30 Ga April und am l sten Maikonnte die Mire noch nicht wieder benutzt werden. An diesen beiden Tagen beobachtetedaher Dr. Lesser vor dem Anfänge der correspondirenden Beobachtungen a Ursae minorisund Fundamentalsterne und nach dem Schlüsse derselben d Ursae minoris gleichfalls inVerbindung mit Fundamentalsternen. An den folgenden Tagen wurde die Mire wieder regel-mässig eingestellt, allein der grösseren Sicherheit wegen wurden ausserdem noch zwei Cir-cumpolarsterne im Laufe des Abends beobachtet.

Der für die Anordnung der Beobachtungen entworfene Plan konnte theils wegenWolken, theils wegen Störungen in der Linienleitung nicht an jedem Beobachtungsabendevollständig zur Ausführung kommen. An den meisten Beobachtungsabenden sind die Uni-versalinstrumente während der Dauer der correspondirenden Beobachtungen, dem Planeentsprechend, zweimal umgelegt worden, allein am 15 ten April, am 19 len Mai und am 26 ,ei1 Maikonnte nur einmal umgelegt werden. Am 27 ten Mai gelangen nur Beobachtungen in EinerLage des Instruments. Im Ganzen sind 17G correspondirende Sterndurchgänge beobachtetworden.

Die Fadenantritte der für die Längenverbindung beobachteten Sterne sind abwech-selnd durch Schliessen und Oeffnen der galvanischen Kette signalisirt worden. Am 6 tcn ,8 ten und 9 ten Mai sind jedoch, in Folge zu schwacher Spannung der Feder des Relais, einigedurch Oeffnen der galvanischen Kette gegebene Signale zu spät angelangt, und es musstendaher für die drei Tage alle diese Signale unberücksichtigt bleiben, mit Ausnahme der-jenigen, welche am 8 tea und 9 ten Mai nach Berichtigung der Feder des Relais ausgeführtworden sind.