Einleitung.
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In Altona war eine Drahtleitung von der Telegraphenstation nach der Sternwartenoch seit dem .Jahre 1858 vorhanden. In Kopenhagen wurde eine solche von dem Directordes Staatstelegraphen, Herrn Justizrath Faber, beschafft. Die Telegraphenverbindungzwischen Kopenhagen und Altona war den Observationen für die Längenverbindung imAllgemeinen von 9 Uhr Abends bis 8 Uhr Morgens zur Verfügung gestellt, und es war dieAnordnung getroffen, dass für die Zeit der Benutzung der Leitung von Seiten der Stern-warte, kein Uebertrager auf dem Wege von Kopenhagen nach Altona eingeschaltet war,sondern eine ununterbrochene Leitung statt fand. Die Beobachtungen, welche Dr. Lesservor 9 Uhr Abends, für die Ermittelung von Reductions-Elementen, anstellte, wurden ohneBenutzung eines Chronographen, nach dem Gehör, ausgeführt.
Für die Längenbestimmung wurden von den Beobachtern auf beiden Stationendieselben Sterne auf derselben Trommel des Chronographen registrirt. Zuerst beobachteteich an drei Abenden, April 15, 16 und 17, in Kopenhagen und Dr. Lesser in Altona .Darauf wurden die Stationen gewechselt, und bei der neuen Aufstellung der Instrumentewurde an 7 Abenden, am 30 ten April, am l stcn , 6 ten , 8 te ”, 9 ,en , 16 ten und 19 tcn Mai observirt.Nach Beendigung dieser Beobachtungen wechselten Beobachter und Instrumente nochmalsdie Stationen, so dass alles in denselben Stand kam, wie zu Anfänge. Bei der letzten Auf-stellung wurde an vier Abenden, am 26 ten und 27 tc “ Mai und am 2 tcn und 9 tea Junibeobachtet.
An jedem Beobachtungsabende sollten etwa 16 Sterne correspondirend beobachtetwerden, und während der Dauer dieser Observationen sollte jedes der beiden Durchgangs-instrumente zweimal umgelegt werden. Gleichzeitig mit den Umlegungen der Durchgangs-instrumente waren auch die beiden Schreibstifte des Chronographen, mit den dazu gehörigenLocal-Batterien, umzuwechseln. Der Collimationsfehler wurde vor dem Beginne der Durch-gangsbeobachtungen eines Abends sowohl, als nach dem Schlüsse derselben, durch Mes-sungen der Mire in beiden Lagen des Instruments, scharf bestimmt. Jede Bestimmungberuhet auf der Verbindung von Messungen in einer Lage des Instruments (Ocular Ost oderWest) mit Messungen in der andern Lage (Ocular West oder Ost), welche unmittelbar voiund nach der erstem ausgeführt sind. Bei jeder anderen Umlegung, während der Dauerder Durchgangsbeobachtungen, wurde die Mire gleichfalls in beiden Lagen des Instrumentsabgelesen. Nivellirt wurde im Laufe des Abends zu wiederholten Malen.
Da der Pfeiler zum Mirenfernrolir in Kopenhagen erst kurz vor dem Anfänge deiLängenbestimmung aufgemauert werden konnte, und deshalb über die Sicherheit dei Auf-stellung jenes Fernrohrs noch keine Erfahrungen Vorlagen, so wählte ich zu den conespon-direnden Beobachtungen vorzugsweise solche Sterne, welche in Kopenhagen sowohl, als inAltona , nicht weit vom Scheitel cuhniniren, damit eine etwaige kleine Unsicherheit imAzimuthe des Instruments nur geringen Einfluss auf die Beobachtungen der Durchgangs -