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Die ersten Menschen und die prähistorischen Zeiten, mit besonderer Berücksichtigung der Urbewohner Amerikas / nach dem gleichnamigen Werke des Marquis de Nadaillac ; herausgegeben von W. Schlösser und Ed. Seler
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Kap. XV: Kulturgeschichtliches.

gefähr einer Meile von dem gegenwärtigen Bett desselben, aufgedecktworden ist. Es ist ebenfalls von höchst primitiver Form und höchstprimitivem Bau, einfach ein ausgehöhlter Eichenstamm.

Auf den ausgedehnten Schweizer Seen und von den auf Pfähleninmitten derselben errichteten volkreichen Dörfern aus war die Ent-wicklung eines Bootsverkehrs das natürliche Ergebniss der Verhält-nisse. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass wir zahlreichenResten von Fahrzeugen in den Schweizer Seen begegnen. Kem*®»beschreibt ein in Robenhausen aufgefundenes Canoe. Es ist ein halberBaumstamm, 360m lang, 0,75m breit und innen 1518cm tiefausgehöhlt. Von der Mitte nach den beiden Enden verdünnt es sichund spitzt sich zu, die Enden selbst sind abgerundet. Die Aushöh-lung ist vermuthlich mit Steinwerkzeugen bewerkstelligt worden, dennRobenhausen hat bisher noch keine metallenen Gegenstände geliefert.In einer zweiten Arbeit bespricht Keller ein Canoe vom Bieler See.Dasselbe besteht, gleich dem vorigen, aus der Hälfte eines Baum-stamms, ist an beiden Enden fast gerade ausgeschnitten und innentrogförmig ausgehöhlt. Die Aussenseite ist vollständig roh und un-behauen. Von demselben Bieler See beschreibt Desor ein zweitesähnliches Fahrzeug. Es ist das grösste aller bisher bekannt gewordenen,15m lang und 1,051,30m breit, besteht aber ebenfalls nur auseinem Stück, dem Stamm einer riesigen Eiche. Andere Canoes wer-den von Morges und Estavayer erwähnt; die letzteren haben zuge-spitzte Enden. Im Jahre 1878 sah man, bei dem damals geradeherrschenden niedrigen Wasserstand im Neuenburger See , vier Barkenim Sand und Schlamme stecken. Und ein ähnliches Canoe hatte manim November vorher aus dem Genfer See gezogen. Seltsamer Weisehat man bei den zahlreichen Funden von Booten niemals eine Ruder-stange oder Ruderschaufel, noch sonst ein Instrument zum Fortbewegender Barken gefunden. Doch besitzt das Genfer Museum eine Ruder-stange, die aus dem Torfgrund eines der italienischen Seen stammt-In den Schweizer Seen waren vermuthlich ähnliche Ruder im Gebrauch.

Auch in Frankreich sind verschiedene aus vorgeschichtlicherZeit stammende Fahrzeuge bekannt geworden. Beim Bau der Festungs-werke, welche das Geniedepartement in der Umgegend von Abbeville errichten liess, brachten im Jahre 1860 die Arbeiter bei Saint-Jean-des-Pr^s eine Barke zu Tage, die aus einem einzigen Eichenstammhergestellt war. Sie war 6,60 m lang und mass an der Stelle dergrössten Breite 90 cm. In einer Entfernung von 2 m von dem

schmälern Ende waren zwei 11 cm hohe Vorsprünge ausgespart worden,

die ohne Unterbrechung beiderseits in den Rand und den an dieser