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Die ersten Menschen und die prähistorischen Zeiten, mit besonderer Berücksichtigung der Urbewohner Amerikas / nach dem gleichnamigen Werke des Marquis de Nadaillac ; herausgegeben von W. Schlösser und Ed. Seler
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Kap. XV: Kulturgeschichtliches.

Kampfes, der im Thale statt gefunden hatte, zur Ruhe gebrachtworden. Odlier de Marichard beschreibt zahlreiche menschlicheGebeine aus den Höhlen des Vivarais, welche die Spuren von ge*waltsamen, durch eine Waffe mit dünner Schneide hervorgebrachtenBrüchen tragen. In der Grotte von Challes in Savoyen ist es wiedereine Frau, deren Schädel durch eine Feuersteinwaffe gespalten wordenwar. Aber hier musste der Tod unmittelbar eingetreten sein, dennan dem allerdings sehr unvollständigen Schädelbruchstück konnte keineSpur von Vernarbung entdeckt werden. In der Grotte von Casteletin der Provence fand Cazai.is de Fondouce einen menschlichen Wirbel-knochen, in dem die Waffe steckte, die ihn durchbohrt hatte. DieSpitze war, als sie den Knochen traf, zerbrochen, aber das Geschosswar mit so kräftiger Hand geschleudert, dass es sich noch 25 mmin den Knochen einbohrte. Auch hier zeigte das Fehlen jeder Knochen-Wucherung an, dass der Tod die unmittelbare Folge der Verwundung

Fig. 59. Stück eines menHchlichen Schienbeine mit einer die Spitze olneH FeuorsteinpfpiitfelnschllcsHendcn Knochenwuchcrung.

gewesen sein musste. Bei einem in Saint-Rome de Tarn im Departe'ment Aveyron gesammelten Stück Tibia dagegen hatte die durcheinen Feuersteinpfeil verursachte Verwundung eine Knochenwucherunghervorgerufen, welche die ganze Spitze der Waffe einhüllte. Auchin der Sitzung der archäologischen Gesellschaft von Bordeaux vomFebruar 1874 wurde ein menschlicher Knochen vorgelegt, der einLoch zeigte, in welchem noch die Feuersteinspitze steckte, welchedasselbe verursacht hatte. Die Entzündung, welche als Folge derVerwundung eingetreten wai', hatte deutliche Spuren hinterlassen, unddas von dem Periost abgesonderte Knochengewebe hatte einen förni"liehen Abguss des eingedrungenen Pfeils gebildet (Fig. 59). ^ r,eman sieht, kam es nicht selten vor, dass die Menschen schwere V er 'wundungen überstanden. Man muss daraus schliessen, dass schonfeste gesellschaftliche Bande existirten. Der Verwundete mussteFreunde haben, Stammesgenossen oder Familienmitglieder, die für *h nsorgten, ihn pflegten, ihn mit Speise und Trank versahen, welche erselbst nicht im Stande war, sich zu verschaffen.