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Kap. XV : Kulturgeschichtliches.
| Stellung beerdigt. Auf den King-Georges-Inseln beerdigen die Kin-geborenen die Leichen neben den Häusern und hängen Geschenkeund Todtenspenden auf die Zweige der Bäume daneben. Die sess-haften Inselkariben begruben die Ihren in ihrer Hütte in einem tonnen-artigen Grabe und überliessen den Kaum der Hütte selbst fortan derSeele allein zur Wohnung. Auf Neu-Seeland und in Neu-Caledonienwerden die Glieder der Leiche an den Leib gezogen, der Kopf auf' die Knie gestützt, und der Leichnam in dieser Stellung in seine Hüttegelegt, und die Gegenstände, die er lieb hatte, um ihn gehäuft. Dann' wird die Thür geschlossen, mit Ocker bemalt, und der Leichnamdarin sich selbst überlassen. In manchen Dörfern ist in dieser Weiseüber die Hälfte der Häuser zu Behausungen von Todten geworden.| In Sierra Leone werden die Vornehmen im öffentlichen Palaverhause» der Gemeinde begraben. Einige Negerstämme in Senegambien wiederumj bauen für jeden Todten eine besondere Hütte, und so entstehen ganze^ Todtenstädte.
„ In ganz Amerika , von Patagonien bis nach Canada , findet man" in den alten Gräbern der Eingeborenen die Todten in sitzenderStellung mit an die Brust gezogenen Knieen und über den Schien-beinen gekreuzten Armen. Um diese Stellung zu erhalten, hülH eman den Leichnam unmittelbar nach dem Tode in ein frisches Pferde-oder Guanacofell. Bei alten Männern erwarteten einige Stämme ga*'j nicht einmal den Augenblick des Eintretens des Todes. Eine Fraui setzte sich auf die Brust des Kranken, ergriff die Beine und zog sie' mit Gewalt so nahe wie möglich an die Brust; dann legte man dieHände über die Beine und steckte den Sterbenden schleunigst in deny Leichensack, wo er bald verstarb. Derselbe Gebrauch herrschte nach1 Hekodot bei den Nasomonen, einem der Wanderstämme des alten> Libyens . Die Todten wurden in sitzender Stellung begraben, unddie Kranken vor dem Tode gezwungen, eine Stellung einzunehinen,die ihre Bestattung erleichterte.
( Bei den Chaldäern der ältesten Zeiten brachte man die Todtenin irdenen Gefässen unter, von denen je zwei mit dem Halse aneinander gefügt und mit Erdpech zusammengekittet wurden. So fand| man bei den Ausgrabungen im Palaste Nabu-kudur-ussur’s Leichenmit an den Leib gezogenen Beinen in Gefässen von (36 cm Höhe und54 cm Weite. Dieselbe eigenthümliche Art der Bestattung finden wu'| in Peru , in alten Gräbern Brasiliens , auf dem thrakischen Chersonesund am Fusse des Hügels, der die Burg von Troja trug. Der Grab-hügel von Hanai-Tepe enthielt in einer riesigen Amphora ein Skelettmit angezogenen Knieen. Die reichen Japaner lassen sich gern lC