Band 
Zweiter Theil.
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begabt, gereist durch die Philosophie, geschickt, die Jugendin die Schönheiten der griechischen Literatur einzuwei-hen, «>) besaß doch nur erst die Ahnung von einer philo-sophischen Theorie des Schönen. Eilf Jahre nach seinenBemühungen erschien das erste System unter dem neuenNamen der „Aesthetik," dessen Schöpfer der PhilosophBaumgarten in Berlin , ein Schüler Wolfs, war.Kaum war die Wissenschaft geboren, so rieben sich schondie Systeme an einander. Ein Zögling Bodmerä undVreitingers, Johann Georg Sulz er von Winterthur ,Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, ver-schaffte sich durch die metaphysische Scharfe und die ge-schmackvollen Ausführungen seiner „Allgemeinen Theorieder schönen Künste" Ansehen unter Baumgartens Geg-nern. Aber, wie seine Lehrer, führte er das Gebäudeder Poesie auf prosaischer Grundlage auf und ordnetedie Kunst Rücksichten unter, die ihrem Gebiete fremd sind;gerade um philosophischer Voraussetzungen willen täuschteer sich über die Philosophie des Schönen.

Bern hatte unfreiwillig einen großen Antheil am Er-wachen der Geister. Auch hier war der Poesie, diesemBrennpunkte aller Strahlen der Seele, ein Funke ent-sprungen, der, wie ein Blitz, Licht in der Masse verbrei-tete. Ein stinger Verlier, von Jugend auf durch seinenGenius zur Wissenschaft, durch den Adel seiner Gesinnungzur Poesie hingezogen, gab 1732 eine Sammlung Ge-

24) Man verdankt Ihm eine vortreffliche kritische Ausgabe der I.XX.Zürich, 1730—32; 4 Bde. 4.

25) /äesttivlica. L'raiicok. a,I 03er. 175l n. 52. 2 Bde. 4.

26) 2. Auch Leipzig , 1778, 4 Bde. 8. Später durch Bianckenburgvermehrt.

27) Sulzer war übrigens ein allseitig gebildeter Geist, aber aus einerniedrigern Ordnung als Lessing.