Band 
Zweiter Theil.
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zu prahlen die Palme davon. Das Buch, welches vonseinen Versuchen Rechenschaft ablegt, scheint ein Utopienzu sein, und ist doch nur die Beschreibung der Wirklich-keit. Diese Wirklichkeit war die Frucht des Nach-denkens eines großen Staatsmannes, des BürgermeistersHeidegger, der sich die Erfahrung und Kenntnisse Brei-tingerü zu Nutze machte.

Ein neuer Geist belebte die erneuerten Anstalten. DieMänner, welche in mehr als einem Kanton davon er-griffen wurden, Breitinger und Steinbrüche! in .Zürich ,Krauer in Luzern und andere mehr blieben nicht bei jenerPhilologie stehen, die, innerhalb der Wortkritik sich bewe-gend, die Jugend in den Vorhäfen dcö Alterthums zurück-hält, ohne ihr den Tempel desselben zu eröffnen; sondernsie führten ihre jungen Mitbürger in das innere Heilig-thum ein, wo die großen Geister von Hellas und Rom in ihrem alten und doch ewig jungen Glänze strahlen.Die Dichter, Redner, Geschichtschreiber, Philosophen jenerFreistaaten der Vergangenheit wurden die Erzieher derersten Bürger und Beamten unserer Freistaaten. Diejugendlichen Zuhörer hicngen unverwandt an den Lippender Dolmetscher des Genies. "?) Fünf Jahre nach dieserReform richtete das an wissenschaftlichen Schätzen undgelehrtem Ruhm reiche Zürich seine Blicke auch auf diezur Unterwürfigkeit verurtheilten Klassen der Gesellschaft,und nahm einen umfassender» Entwurf für die Schulender Landschaft an. In drei Klassen eingetheilt lernten dieSchüler in der ersten die Buchstaben kennen, in der zwei-ten buchstabiern, in der dritten lesen. Der kleine und

146) Siehe Trorler, LuzernS Gymnasium und Lyceum. GlaruS , 1823,S. 59 u. 60.

147) Meyer, 466, 467.