60
gründete ein treffsicher, in dieser menschenfreundlichenKunst durch einen Pfarrer seines KantonS und durch denAbbä de l'Epoe unterrichteter Mann, Ulrich, in Zürich jene Taubstummenanstalt,'^) in der noch jetzt das An-denken an seinen Unterricht und seine hingebende Thätig-keit verehrt wird.
Ein Beamter, BrüniSholz,"°) widmete sein Lebenund, bei seinem Tode, über 2000 Louiödor der Verbesse-rung deö kläglichen Unterrichts oder der Abhülfe deS gänz-lichen Mangels an solchem im Kanton Freiburg . DieRegierung, dieser Verbesserung fremd und nicht sehr nachaufgeklärten Unterthanen verlangend, richtete erst gegen1760 höhere Klassen für die jungen Leute von Standeein; die schönen Wissenschaften, die Mathematik und baldauch die Rechtswissenschaft stellten sich der Theologie andie Seite; die Philosophie setzte sich zu deren Füsien. Beider Unterdrückung der Jesuiten ward daS Collegium vonSt. Michael Eigenthum deS Staates, welcher eS den Ex-Jesuitcn übergab."")
Spanien scheint die Priorität der Erfindung zu haben. Amman lehrte als Arzt zu Hartem eine junge Taubstumme binnen zweiMonaten lesen, ordentlich articuliren und die Worte, die manlangsam auSsprach, schreibe»; sie antwortete rasch auf das, wasdie andern sagten, seit sie dieselben mittelst der Auge» verstehengelernt hatte. Amman gab eine Abhandlung über seine Methodeheraus unter dem Tliel Surclus toguene, Amsterdam , 1692, 8.Er ließ 1700 seine vervollkommnete und weiter entwickelte Me-thode unter dem Titel vissertatio clv l.»g»ola, -Vinsldocl. 8.drucken. Ich verdanke die Mittheilung dieses ziemlich seltenenBuchs der Gefälligkeit des H. H. E. Gaullieur, welcher dasselbein seiner an Seltenheiten reichen Bibliothek besitzt.
ISO) Schw. Museum. Zweiter Jahrg. III, 670-872.
ISO) Dieser Name erlosch mit seinem Tode 1775, Lutz, 70.
161) Norrman», II, 1700, 1701.