Band 
Zweiter Theil.
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im neunten Jahrhundert, welche zweihundert Jahre spä-ter beim ersten Wiedererwachen der Wissenschaften, nachden andern Schulen jenes Reiches Beförderer der Ge-lehrsamkeit aussandte, besaß diese Universität des Mittel-alters, wohin der deutsche Adel und die Kaiser ihre Söhneschickten, seit 8l6 Line bald für alle Zeiten berühmt ge-wordene Bibliothek. Im achtzehnten Jahrhundert erstward ein kritisches Verzeichnis; davon verfertigt, als siewissenschaftlich geordnet in einem prächtigen Raume derneu erbauten Abtei aufgestellt ward, ein wahrer Tempelder Wissenschaften, dessen Heiligthum zwölfhundert Bändevon kostbaren, zum Theil berühmten Handschriften ein-nehmen.

Eine Thatsache, die selbst ein Fortschritt war, för.derte die allgemeinen Fortschritte dieses Zeitraums, näm-lich das Aufkommen des VereinswesenS. Die repub-likanischen Einrichtungen und die Nothwendigkeit, diezerstreuten Kräfte in einem Lande, dem es an einerCentralgewalt gebricht, zu sammeln, riefen in der Schweiz die freien Vereine hervor, eine ihrer Schöpfungen ausder zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Zürich war hierin schon früher vorangegangen. Seine Gelehrtenund Künstler waren im Stillen in einen Verein zusam-mengetreten, um ihre Ideen und Kenntnisse auszutauschen,wobei jeder nur gewinnen, niemand verlieren kann. Keineandere Stadt war so reich an Bürgern, welche fähigwaren, vaterländische und allgemeinere Interessen zu fassen.

168) In Folge des Religionskrieges von 1712 »ahmen die Zürcher und Berncr eine beträchtliche Zahl seltener Handschriften und Werkeweg, welche sie indessen nach dem Friedensschluß von 1718,aber nicht vollständig, zurück gaben. Norrmaun, III, 2237—2238; F. Weidmann, Gesch. d. Biblioth. des Stifts St. Gallen ,St. Gallen, 1842, 8.