Band 
Zweiter Theil.
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jenen großen Geistern nachstellend, aber immer noch rühm-würdig, gewannen in der Schweiz eine zweite Heimatund verbrüderten sich mit den Schweizern durch die Bandeder Freundschaft. Im Schlosse Nyon versammelten sichUm den Landvogt von Bonstetten Johannes Mül-ler, Matthisson , der die deutsche Dichtkunst zur Na-turbetrachtung hinführen half; Salis, düstern Blickes,in der äußern Welt Sinnbilder der geistigen suchend;Friedrich Brun, dem Baggesen folgen sollte, indessen kühnem Rhythmus der Sturz des Wasserfalles, wieder Lawine wiederholst. Deutschland bot nun der Schweiz die Früchte, deren Keime es von ihr empfangen hatte.So fließen von den Alpen die befruchtenden Wasserhernieder, welche als Wolken auf den Flügeln des WindeSwieder zu denselben Gipfeln emporsteigen, um von neuemden Quellen der Ströme Nahrung zuzuführen.

Die Poesie, dieser Lichtpunkt, in dem sich alleStrahlen der Seele vereinigen, blieb nicht stumm mittenunter dem Treiben der Geister. Wenn Geßner undSalis in der durch Haller eröffneten Aera den Preisderselben davon trugen, so fesselten neue Sänger, diedaü Volksleben oder das Leben des Gemüthes und derNatur in den drei Hauptsprachen der Schweiz besangen,kme ganze Versammlung von Zuhörern wie den einsa-hen Leser. 3n Zürich Diakon Schultheß, Tob ler,Caspar Meyer von Knonau, Wielands Zögling;um Fuße der gewaltigen Glarneralpen Bernold, mitZunamen der Barde von Riva; Ambüel imToggenburg, und, unter dem italienischen Himmel, Lugano 'üRiva und Soave. An den Ufern des Leman oder aufjrenidem Boden ließen die Brüder Bridel Gesänge er-lonen, die vom Wiederschein ihrer Heimat erglänzen,und den Schweizerherzen unvergeßlich geblieben sind.