Band 
Zweiter Theil.
Seite
86
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I

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In der Schweiz suchte die Wissenschaft seit langemdie Geheimnisse der Natur zu erforschen, während dieSchönheiten derselben durch einen Schleier verhlilltschienen. Halter war als Dichter weniger darauf ausgegan-gen, die Landschaft zu mahlen, als aus der Betrachtungunserer erhabenen Gebirge Kerngedanken, aus den Sittenihrer Bewohner Lehren der Einfachheit zu schöpfen. Klop-stock hatte auf dem Zürchersee Gott vielmehr in den Ge-sichtern der Menschen betrachtet, als in der glänzendenWasserfläche, welche Gletscher und Hligel zurück strahlt."')Der Verfasser der ^ouvoll« UVIoiso"?) war der erste,der in den Seelen das Gefühl für die Reize einer herr-lichen Gegend weckte und dem gefühllosen Echo der Uferdes Leman den Namen von Clarens , des irdischen Para-dieses, und der wilden Schönheit von Meillerie entlockte.Eeßner"^) mahlte um dieselbe Zeit in Idyllen, die keinVorbild hatten, nicht die Gegenden und Sitten der Schweiz ,sondern das Arkadien eines beschaulichen Lebens, von fastchristlichen Sitten, dessen Zbeal bei seinen Landsleutendas Verständniß und Mitgefühl für die Natur weckte.Seine Bleifeder und sein Grabstichel unterstützten, fa über-trafen zuweilen die Reize dieser in wohlklingende Prosaeingekleideten Poesie, welche Deutschland fesselte undFrankreich selbst in Turgot's Uebersetzung"*) entzückte.Der glücklichste seiner Nachahmer, Fr. Tav. Brön-ne r,"H lernte von ihm, von der schmalen Oeffnung

231) 1750, Götzingcr, Deutsche Dichter, II, 74-77.

232) Sie erschien 1758.

233) Geboren 1730, gestorben 1787. Er gab seine ersten Dichtungenvon 1751 bis I75K, und die erste Sammlung derselben in 4Bände» 1762 heraus.

234) Unter dem Name» HuberS, seines Lehrers in der deutschen Sprache;zuerst erschiene» die Idyllen zu Lyon 1762.

235) Fischeridyllen, 1761, von Geßner herausgegeben.