zeigt, daß die Milizen mehrerer Kantone schwach orga-nisirt, selten oder nur in der Eile, wenn die Sturmglockeertönte, eingeübt waren. Doch ließen sich nicht alleStände in solche Sorglosigkeit einwiegen. Die Wachsam-keit und der kriegerische Sinn Berns unterhielten diebesten Einrichtungen in der Schweiz . Als wenige Jahrenach dem siebenjährigen Kriege (1767), Robert Scipiovon LentuluS , General bei der preußischen Reiterei/)nach Bern , seiner Vaterstadt zurück kam, ward ihm vonseinem Stande die Vervollkommnung des Reiterdienstesaufgetragen; etliche preußische Maximen wurden einge-führt, aber an der Organisation der Regimenter nichtsgeändert, vs Man benutzte seine Anwesenheit zur Bildungeines Lagers, wo Truppen, besonders Ober- und Unter-
6) D. Nodt, Gesch. des ber». Kriegswesens, Bern 183 1 ». > 831 .Th. U, S. 211—335. Zürich hatte ordentliche JahreSmusterun-gr» in den Hundstagcn. Diejenigen, welche ausblieben, warenvon den gesetzlichen und übrigen Schleßtagen ausgeschlossen RathSeManual, 1736. II, 7l.
7) LenluluS zeichnete sich im preußische» Dienste während des sieben-jährigen KriegeS aus. Am Tage von hiffa s5 November 1757)schlug er den General Nadasti, und das Jahr darauf >25. August)sprengte er an der Spitze von 30 Schwadronen den rechten Flügelder Nüssen auseinander und half mächtig zu dem Siege, den diePreußen davon trugen. Der König, welcher Zeuge seiner Uner-schrockenheit gewesen, stattete ihm am nämlichen Tage seinen Dankab. In österreichischen Diensten während des frühern Krieges,weigerte er sich, als die Besatzung von Prag sich den Pieußen er-geben (1711), im Name» seiner Compagnie das Gewehr zu strecken;er sei in den Ort geworfen, sagte er, um ihn zu vertheidigen, nichtum von dem Sieger Gesetze zu empfangen; dann zerbrach er seinenDegen, um Ihn nicht auszuliefern, bentulus hatte die Gräfin vonSchwerin , eine Chrendame der Königin von Preußen, gcheirathet.Oiraeä, II. 104-106.
Schreiben des Hr». Oberst Wnstemberger an den Verfasser, vom8. Januar 1814.