Band 
Zweiter Theil.
Seite
275
JPEG-Download
 

275

Verordnungen an die Stelle der Edikte' getreten, Gesetzedurch Uebungen verdrängt, Steuern ohne Genehmigungder Bürgerversammlung erhoben worden seien, daß Ge-richtshöfe Urtheile ausfällen, ohne daß ein Syndik denVorsitz führe, daß der Rath sich anmaße, unbedingt amt-liche Verhaftungen anzuordnen, das Repräsentationsrechtzu nichte zu machen, und das Recht zu beschränken, wel-ches die Bürgerversammlung besitze, sich zu weigern, eineWahl vorzunehmen: dies waren die Hauptbeschwerden derRepräsentanten."°) Wenn sie dieselben vorbringen, sogeschieht es nicht unordentlich, sondern mit der Würde,welche die Achtung vor den Behörden und vor sich selbsterheischt.

Ungeachtet des Widerstandes dieser Partei langten dieBevollmächtigten im März 1766 in Genf an. Es warendies von Seite Frankreichs dessen Botschafter, der Rittervon Beauteville, von Zürich , zwei hervorragende Staats-männer, Heinrich Esther und Hans Conrad Heideggervon Bern , der Seckelmeister Ougspurger und der Raths-herr Sinner. Selbst noch nach ihrer Ankunft wolltenangesehene Bürger, daß man die Vermittelung von derHand weise. „Verhehlen wir es uns nicht, sagten sie, es

146) lableau iiislor. 209—228. Nemoirs Iiialor. «ur Is» 6ivi-«ions cko la vi»o <lo 6vn. Archiv der au-w. Angel. 6eoeve,No. 71, >vl. 379-686.

147) Hennin an den Minister, 20. Januar 1766. „Folgendes be-weist, bis auf welchen Grad die Demagogen ihrer ParteigängerMeister sind. Morgen« »m 8 Uhr fanden sich über 700 Personen,welche, die meisten ohne die Vorstellungen gelesen zu haben, aufdas RathhauS zogen »nd dieselben den Syndik« überreichte», im-mer in der schönsten Ordnung und mit der besten Haltung, so-wohl während des Zuges, als in dem Saale , wo sie empfangenwurden."

"8) Siehe Band XI, S. 571, 572.