Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Der Hauptgegenstand der Unterhandlungen, nämlichdie Vereinigung der ganzen Schweiz , erzeugte die meistenVerlegenheiten. Nichts erregte mehr Mißtrauen, alsdie Plane für Herstellung der Einigkeit. Jedoch, wennsich auch der Himmel verdüsterte, so schien doch das Lichthie und da durch zerrissene Wolken hindurch. Durch denFriedensschluß, der sie nach dem Religionskriege vereini-gen sollte, getrennt, hielten die reformirten Kantone vor-läufige Conferenzen in Aarau , die Katholischen in Solo-thurn und Luzern . Zum ersten Mal seit 113 Zähren sahman beide Theile am 22. September 1776 auf der Con-ferenz zu Baden wieder bei einander versammelt. DieStände der beiden Confessionen schienen sich näher ge-kommen zu sein, als sie selbst gedacht hatten. Sie stelltengemeinsam, jedoch nicht ohne Schwierigkeit, dem EntwürfeFrankreichs gegenüber einen Gegenentwurf auf.^)

Die Restitution, die seit mehr als sechszig Jahrendas Mißtrauen zwischen den Ständen beider Confessionenunterhielt, gefährdete die kaum entstehende Eintracht und

die erste» protestantische» Stände zu tränten, als daß sie die Ge-fahr jener Bestimmung für sich selbst, die Beeinträchtigung derNatioualwürde und die dadurch unterhaltene Spaltung darin er-kennten. Dagegen sind es die edelste» Beweggründe, die bei ihre»reformirten Miteidgenoffe» und bei Ihnen selbst, Herr Graf, daIhnen das Wohl der ganzen Schweiz jederzeit am Herze» lag, de»Wunsch erzeugt habe», eine Gewährleistung für die innere Sicher-heit zu finden, wodurch den einen jeder Borwand zur Bitterkeitwegen des UebergewichteS ihrer Nachbar» genommen, und bei denandern die Entfremdung aufgehoben würde, die eine Folge des de»>Könige durch den Vertrag des H. i»i Lne in unserm Innern ein-geräumten Einflusses gewesen war." Der übrige Inhalt des Brief-wechsels ist ein Zeugniß für die Rechtlichkeit des neuen französischen Kabinetes in dieser Sache.

33) Abschied der außerordentlichen Tagsahung von Baden, Sept. undOkt. 1776.