Band 
Zweiter Theil.
Seite
375
JPEG-Download
 

375

erregt. Sie will es zurücknehmen; allein es ist zu spät?')

Der Landesherr glaubt die gütlichen Wege erschöpft, undschreitet zur Gewalt??)

Am 9. März Abends bewirkte das Erscheinen vonvier Compagnien Infanterie, zwanzig Dragonern undeiniger Artillerie in Stein eine plötzliche Unterwerfung??)

Winz ward mit seinem Sohne, dem Gerichtschreiber, fest- »genommen. Immer führte er im Rathe heftige Reden,zuweilen schien er gemäßigt, wenn Andere, durch ihn ge-trieben, eine gewaltsame Maßregel vorschlugen. Zu derUntersuchung wurden etwa vierzig Rathsglieder verhört.

Aus ihren Antworten gieng hervor, wie ein amtlicherBericht sagt, daß Winz seine Grundsätze dem „Pöbel" desRathes, so wie der Bürgerschaft eingepflanzt,°') daß eraber, obschon einer der Widersetzlichsten, öfter geschwankthabe. 6?)

Als der Prozeß eingeleitet und die Streitfrage insKlare gesetzt war, so sicherte die höchste Landesbehördeder Zweihundert^) der kleinen Stadt gewisse reelle Rechtezu, setzte aber zugleich ihren Anmaßungen und dem Schutzedes Reiches ein Ziel, und machte Rath und Gemeindeverantwortlich für jeden Plan einer Verschwörung, densie nicht anzeigen würden. Wegen der verbrecherischenSchritte wurde die Stadt Stein zu Bezahlung von 10,000Gulden an die Kosten, die Lieferungen für die Besatzunginbegriffen, verurtheilt; der Stadtvogt Winz, der Urheberdes AufstandeS, ward aller seiner Ehrenstellen und Aem-

61) Gutachten des Geheime» und KriegSratheS, ä. März.

62) Protokoll der 200, 6. März.

63) Erster Bericht der Commandanten zu Stein.

64) Zweites Berichtschrelbe» de- Nathssubstituten Reinhardt, 23. März.

65) Deposition WlndlerS.

66) Sitzung vom 14. April.