Band 
Zweiter Theil.
Seite
379
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Auf den Antrag des Kleinen und Großen Rathes beschloßdie Bürgerversammlung eine Revision aller Edikte. DieseArbeit ward einer neuen Commission, welcher man hiezuzwei Jahre Zeit gab, übertragen.^) Der junge AnwaltDu Roveray, um seiner Talente und seiner Thätigkeitwillen ein Haupt der Repräsentanten, und der wegen sei-ner Einsicht und seiner Mäßigung geachtete Syndik Tur -retini sollten den zu befolgenden Plan entwerfen. Allepolitischen Gereiztheiten erwachten wieder in der Com-mission wie in der Stadt. Man stritt über die Grund-frage, ob man eine Revision der Gesetze vorzunehmen,oder nur die Beschlüsse der Bürgerversammlung zu sam-meln habe, in der Folge über einzelne, der einen oderandern Partei günstige Artikel.

Als im September die der Commission gesetzte Fristabgelaufen war, konnte sie kaum den dritten Theil ihrerArbeit abliefern, so viel Bemerkungen, die noch anderenach sich ziehen mußten,^) waren ihr gemacht worden.Die beiden ersten von ihr herausgegebenen Bücher staats-rechtlicher Edikte lieferten hinreichenden Stoff für einenheftigen Federkrieg. Zahllose Flugschriften griffen denEntwurf an; die Vertheidigung war nicht minder frucht-bar. Von beiden Seiten entwickelte man viel Talent,Geist, Beredsamkeit; alle Formen, die Parteileidenschaftund Satire darboten, wurden ausgebeutet. Von der einenSeite anerkannte man Des Arts, der die Volkssache ver-lassen hatte, als die Seele und den besten Kopf der Ne-gatifs; von der andern, Du Roveray, Claviere, Chauvet,Pfarrer Reybaz, und als Vertreter der unklug von denRepräsentanten vernachlässigten Natiss, einen ihrer An-

75) Nexislres vom Januar 1777, 3. und besonder» 10. Februar; undfür die L00, 3. März.

78) kegislro» so» Conseils, 10. August 1779.