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der Hauptverschwornen wurden sogleich eingezogen undpeinlich verhört. Standhaft vertheidigten sie die UnschuldSuters und seiner Partei, warfen den Behörden Will-kürlichkeiten vor, und appellirten von den leidenschaftlichenRichtern an das Volk, als unparteiischen und oberstenRichter."') Die hundert und vier Glieder des Malesiz-gerichtes wurden beim Eid zusammenberufen und kamenam 25. Oktober nach dem Flecken Appenzell . Vor derSitzung zogen sie in die Messe, eine neue, seither beibe-haltene Uebung, dann paarweise zwischen einer doppeltenMenschenreihe hindurch auf das Rathhaus. Geiger, durchdie Jahre an Körper und Geist geschwächt, führte denVorsitz. An diesem Tage verjüngte ihn die Rache, er-rieth zu den strengste» Maaßregeln. DaS Todesurtheilward ausgesprochen. Schon waren die vier Verurtheiltenden Geistlichen übergeben, als die Frauen von zweien der-selben, jede mit zwei Kindern, die Frau eines dritten,von sechs Kindern umgeben und in sehr vorgerückterSchwangerschaft, mit Thränen für das Leben ihrer Män-ner flehten, durch die Bitten von hundert Freunden undVerwandten unterstützt. Die Männer zu Appenzell hiel-ten die Wache bei dem Gerichte; ihnen zur Seite meh-rere hundert Bauern von der Partei Geigers, mit Mor-gensternen bewaffnet. Tausende von .Zuschauern erwar-teten mit bangem Herzen den Ausgang der Sache. Umdrei und ein halb Uhr Nachmittags ward ein neues Ur-theil gefällt, welches den Schuldigen daS Leben schenkte;sie aber zu Pranger, Stäupung, Ehr- und Wehrlosigkeitauf Lebenszeit verurtheilte?")
Die Machthaber reizten die Freunde der Demokratieam meisten dadurch, daß sie dem Landrathe allein die
331) NiiMth. Gesch. 332) Rüsch, 78-89; Unparth. Gssch.