Band 
Erster Theil.
Seite
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6!

beftreiten sollen? Blieb für den Unterhalt der Geist-lichen gar kein Theil übrig? Sie machten zwar Einwen-dungen, fanden aber kein Gehör. Diese Männer Gottes,deren Stimme so kräftig war, wenn sie das Heil ver-kündeten, konnten bloß stammeln, so bald es sich um ihrezeitlichen Vortheile handelte. Sie wurden schüchtern,verlegen; sie verstanden es nicht, sich einen Weg durchdie Ränke der Weltleute zu bahnen. Vielleicht hätten siees sich zum Verbrechen angerechnet, eine Zeit, welcheihre hohe Sendung in Anspruch nahm, für Sorgen un-tergeordneterer Art zu verschwenden. Die meisten hattenkein Vermögen, einige nicht einmal ihr Auskommen; manüberließ es der Frömmigkeit, für sie zu sorgen.

Als die Revolution vollendet war, fällte das Volksein Urtheil. „Vorher hatten wir einen Papst, sagtensie, nun bekommen wir drei: den Statthalter, der viellauter spricht als ehemals, seit er sich von seinem Schre-cken erholt hat; die Herren Bürger, welche, seitdem siedie Freunde der gnädigen Herren zu Bern und Theil-haber der Kirchengüter geworden sind, das gemeine Volknicht mehr achten; und endlich erhalten wir einen drittenPapst in den Pfarrern, die nun Gehorsam für ihreSittenmandate verlangen." So schalt noch alles, wienach einem Gewitter, das die Felder verheert, die frucht-bare Erde weggeführt und die Marksteine des Eigenthumsfortgerissen hat. Aber eben so war, wie nach dem Ge-witter, der Boden befruchtet worden. Eine neue Thä-tigkeit entfaltete sich. Wie schwere Wolken auch denHorizont bedeckten, segneten doch die Gerechten, das Evan-gelium in der Hand, den Himmel, der sie seinen Friedenwieder hatte sehen lassen. Gerne hätten sie Farel alsihren Pfarrer behalten; aber seine Verpflichtungen gegendie Herren von Bern und sein Durst nach neuen Kämpfen