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und ungezwungen dar. Farel beschwor ihn, sich demDienste des Evangeliums zu weihen. Nach einigem Wi-derstand willigte Viret ein, empfing die Weihe und predigtezum ersten Male in seiner Vaterstadt am 6. Mai 1531.Farel hatte dadurch ein Werk vollbracht, das der refor-mirten Kirche noch lange im Gedächtnisse bleiben sollte.
Doch gab es unter den Brudern zu Orbe auch solcheMänner, welche der Sache, der sie zu dienen glaubten,durch ihre Leidenschaftlichkeit schadeten. Christoph Hollarderregte mit seinem Eifer gerne Aufsehen. Die Religionbestand für ihn weniger darin, sich selbst zu überwinden,als die Priester öffentlich zu höhnen, und die Gegenständeder Verehrung seiner Mitbürger anzugreifen. Umsonstdrohte Bern im Einverständnis mit Freiburg dem Eiferermit Strafe; mit frecher Stirne zog Hollard von Tem-pel zu Tempel, die Märe zu stürzen und die Bildsäulender Heiligen eine nach der andern zu zertrümmern. Erverursachte immer neuen Tumult. Eines Tages bracher die Thüren der Kirche Sainte-Claire auf, um dieZierrathen hinauszuräumen; ein ander Mal trat er stolzvor den Kastellan, und forderte die Geistlichen heraus, in-dem er sie Mörder schalt. Das Volk griff zu den Waffen,versammelte sich unter dem Pannerherrn von Pierre-fleur und schwur, fast einstimmig, dem Glauben derVüter treu zu bleiben. Das Waadtland, welchem sichdie Reformation mit diesen Uebertreibungen zeigte, ent-fremdete sich aufs neue derselben. Wenn eine Religionzu der Gewalt und zu den Waffen greift, so hört sieauf die Religion Christi zu sein ^).
28) CkroiUqus du dsnneret I>. 6s kisiretlsur. — Vie 6s Vsrelpsr Ll>oup-»'3. — Innres IloNsrä iu unserer Ausgabe »sukuokst, II. appsiiä. — Uuokal, III., 13, 24, 36, 139,217; IV. 430.