Band 
Erster Theil.
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Evangelium verkünden hören, das Reich Gottes heran-kommen sehen. Die Waldenser wünschten nun von ihrenneuen Brüdern besucht zu werden. Man hielt eine Ver-sammlung zu Angrogne am 12. Sept. 1532; sie hatten dieFreude, Farel, Olivetan und Saunier, als die Repräsen-tanten der Reform, dabei erscheinen zu sehen. Farel hatteim Herzen einen Wunsch mitgebracht. Schon lange sehnteer sich nach einer französischen Uebersetzung der hl. Schrift,welche der Fassungskraft des Volkes angemessen wäre; dieWaldenser beschlossen, trotz ihrer Dürftigkeit, die nöthigeSumme zusammenzulegen, um seinen Wunsch zu er-füllen. Olivetan, einer von Farels Reisegefährten, ver-stand hebräisch und griechisch; alle Brüter wandten sichan ihn, und trugen ihm diese Arbeit auf. Neuenburgwurde als der Ort bezeichnet, wo sie herausgegeben wer-den sollte ').

Auf der Rückreise aus den Hochalpen kehrten die dreiFreunde im Gasthause zum persischen Thurm in Genf ein; und da sie daselbst Männer antrafen, die ihnenzuhören wollten, bewiesen sie denselben aus der heil.Schrift, wie sie sich von der Geistlichkeit hätten täu-schen lassen. Unter den Anwesenden befanden sich Perrin,Bernard, Claude Savoie, Poral, Roset, Baudichon,deren Namen in unserer Erzählung mehr als Einmalwiederkehren werden. Als diese Zusammenkünfte bekanntwurden, erschienen die Priester in großer Zahl, undführten die Prediger unter Beschimpfungen vor denbischöflichen Rath. „Komm her, riefen sie, du böserTeufel Farel; warum ziehest du herum, die ganze Weltdurcheinander zu werfen? Woher kommst du? Warum

1) KNIes, kisloire Zss v<>u«lo>s. — Vorrede zur Bibel von Oli-vetan. — Vis maiiuscr. äs karsl. — Vie cts ksrel psrLbouxnrck.