Band 
Erster Theil.
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Wenige Jahre früher hatte Luther ein ähnliches Wortvor der Reichsversammlung zu Worms gesprochen; daman ihn drängte, sich den Beschlüssen des Kaisers zuunterziehen, war ihm entfahren: „Ich kann nicht!"Er wies dabei mit der einen Hand zum Himmel, mit derandern berief er sich aus das christliche Volk. Was Luther vor der deutschen Nation ausgesprochen, erklärte Farelden Völkern der französischen Zunge. Beide anerkanntendas Gebot für ein göttliches, daß man den Obern ge-horchen müsse, aber durch ein höheres Gesetz sind beidedieser heiligen Verpflichtung entbunden. Dieses höchsteGesetz drängt sie, quält sie; lange hat ihr Herz demselbenwiderstanden; endlich siegt es, und Gott, der sie des ge-meinen Looses der Menschen überhoben hat, legt einesder mächtigen Worte in ihren Mund, wovon die Nationenerwachen.

Jetzt fehlte der Reformation in Genf nichts mehr. Kin-der gingen mit dem Beispiele voran, die Bilder zu stürzen;nach ihnen zogen Baudichon, Perrin und Vandel unterTrommelschlag von Kirche zu Kirche, das angefangene Werkzu vollenden. Es blieb dem Rathe nichts übrig, als dieRevolution in das Gesetz einzutragen, wie sie in denThatsachen vorlag. Er erließ am 27. August ein Edikt,welches das Gebot enthielt, Gott nach dem Evangelium zudienen, und das Verbot, in Zukunft keinerlei papistischenGötzendienst mehr zu üben. Diese Verordnung wurdeohne Geräusch veröffentlicht; die Rathsbücher haben keineMeldung davon aufbewahrt. Dessenungeachtet war siedie Weihung eines Ereignisses von höchster Wichtigkeit.Daß sie für Farel die Tempel, Genf für das Evangeliumöffnete, ist das Wenigste; das Werk der Reformationwurde dadurch unter den französischen Völkerschaften ge-rettet. Das Edikt des Rathes sicherte den französischen