114
und schnell zu allem bereit, was um Farels und der neuenFreiheiten willen zu thun war. Dieser Eifer hatte sichzu Moutiers gezeigt; wo sich die Einwohner des Thales,nachdem sie alle die Reformation angenommen, derPfarrkirche bemächtigt, und die Chorherren gezwungenhatten, sich nach Delsberg zu flüchten. Zu Valangin hatte sich die Gräfin voll Bestürzung nach Gezard, einemihrer Güter, zurückgezogen. An diesem einsamen Ortelebte sie ferne von einem Schauspiele, welches ihr das Herzbrach. Erst als man ihr die Nachricht brachte, Renü, ihrEnkel, der Erbfürst von Valangin , komme ihr zu Hülfe,tröstete sie sich wieder. Glänzende Eigenschaften hatten Renedem Kaiser lieb gemacht, und ihm die Ehre erworben, vomHerzoge von Savoyen zu mehr als einer Gesandtschaftgebraucht zu werden. Er überzeugte sich schnell, daß dieneuen Ideen bei seinen Unterthanen zu große Fortschrittegemacht hatten, um noch bekämpft werden zu können. Erfand es klüger, nach dem Beispiele des Fürsten von Neuen-burg, sich aus den Kirchengütern zu bereichern. Zu Viel, zuNeuenftadt, zu Murten äußerte sich die gleiche Anhänglichkeitan die Reform. Alles, was auf diese Bezug hatte, ent-flammte jene jungen Leute, welche, nachdem sie mit Bern den Feldzug von 1530 gegen die Ritter vom Löffelbundgemacht, zu Neuenburg , wie sie sich ausdrückten, denGötzendienst abgeschafft hatten. So nahmen sie sich einigerFamilien an, die aus Freiburg und Solothurn, um desGlaubens willen, ausgewandert waren "). Noch leb-hafter war ihr Antheil an der Stadt, worin FarelPfarrer war, und deren Muth und große Gefahren ihnendieser in seinen Briefen schilderte. Welches Herz, wie