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daß die'Gefangenen an Bord gewesen, und nun im Wasserumgekommen seien. Die Ufer des Sees hatten zugesehen;in wenigen Stunden verbreitete sich ein schmerzhaftesGerücht bis nach Genf . Die Barken langten indessen inChillon an; das Schloß hatte sich ergeben. Man eilthinein: „Lebt Bonivard ?" — „Er ist am Leben." —Man läuft nach dem Gefängniß, reißt die Riegel einerniedrigen Thüre auf. Man stürzt hinein; er ist's: „Bo-nivard, du bist frei!" — „Und Genf ?" — „Ist esauch
Man versichert, daß er einige Zeit nicht zu wissengeschienen, was man mit ihm vorhabe, und daß er keineFreude, den Himmel wieder zu sehen, gezeigt. Auch er-zählt man, er habe sich, als er über die Schwelle derGefangenschaft getreten, noch einmal umgewendet, undlange mit feuchtem Blicke von allem, was zurückblieb,Abschied genommen. Es war, als wenn der Mann seinVaterhaus verließe, so heimisch waren ihm durch die langeGewohnheit diese Felsen geworden. Er hatte mit denSchatten Freundschaft geschlossen, während das Tageslicht,an dessen Helle er nicht mehr gewöhnt war, seinen Augenwehe that. Auch auf die Genfer machte diese Bauart,so voll Anmuth und zugleich furchtbarer Majestät, einentiefen Eindruck; sie konnten diese Gewölbe, die seit Jahr-hunderten so vielen Schrecken verbreitet, und die Stellenicht verlassen, wo Bonivard die Spur seiner Fußtrittedem Steine eingeprägt hatte. Noch jetzt tritt man der-selben nicht anders, als wie einem heiligen Orte, nahe.Sollten je, vom Zorne des Himmels, die Flammen der
20) Nägeli's Tagebuch. — Froment. — Briefe der Berner Haupt-leute. Manuskripte, in Chillon gefunden. — Ruchat, IV, 43. —Roset, IV. — Register von Genf . — Woher hat Leti genommen,die Belagerung habe achtzehn Tage gedauert?