162
reizbar wie der schäumende Wein, den ihre Hände ziehen.Jede Gemeinde bildete zur Zeit des Bischofs eine kleineRepublik , die ihren selbftgewählten Pannerherrn, ihrenengern und weitem Gemeinderath, ihren Spital, ihre Abteiund ihre Schützengesellschaft hatte. Zhre Sitten waren dieder Freiheit, ihre Lust der Krieg. Die Männer warenstark wie der Felsen. Sie wären das edelste Volk desLandes gewesen, hätte Aufklärung ihre Thatkraft geleitet;aus Mangel an Unterricht waren sie das beweglichste undabergläubigste. Nirgends hatte die Aufregung gegen dieReform sich heftiger gezeigt. Nirgends hatte man es tieferempfunden, daß sich das Land nicht gewehrt hatte. Nägeliführte gegen sie eine barsche Sprache: „Wem gehöretihr? Gehöret ihr nicht dem Bischöfe? Er ist gegen unsgewesen; denket an eure Unterwerfung! " Die Vorsteherder Gemeinden baten, ihr Volk befragen zu dürfen: „Zchwill auf der Stelle eine Antwort." Sie huldigten unterVorbehalt ihrer Rechte, ihrer Religion und der Bestätigungder Gemeinden. Am 1. April hielt das Heer der Wernerseinen triumphirenden Einzug in Lausanne , und setzte sich,im Namen seiner Regierung, in Besitz des bischöflichenSchlosses, der Rechte und des Einkommens des Bisthums.Lucens, Avenche unterwarfen sich. Bulle trat zu Freiburg .Bald sollte sich auch die Stadt Laufanne selbst dem all-gemeinen Loose unterziehen.
Nur fachte gab Bern den Lausanern zu verstehen,daß es, an die Stelle ihres Fürsten getreten, auch dieSouveränitätsrechte über sie erworben habe. Das Ein-zige, was seine Hauptleute verlangten, war, daß denReformirten ein offenes Bekenntniß ihres Glaubens ge-
23) Nsinisl 6s lilllrx. — Usiiusl 6s I.sussvne. — BeninischeArchive. — Waadtlandische Archive.