Band 
Erster Theil.
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dringen konnte, waren sie unbeholfen. Sie wußten sichnicht, wie die römischen Legionen, jede Waffe, jedenVortheil anzueignen, worauf sie trafen. Bei den Alpen-söhnen ist daS Herz stärker, als der Kopf. Lange be-griffen sie die Aenderung nicht, die in der Kriegskunstvorgegangen; noch langer dauerte es, bis sie derselbensich bequemt hatten. Ueberdies war die Zeit für großeEroberungen vorbei. Wenn man an solche denken durfte,so lange Europa zerstückelt war, so mußte man sich jedeHoffnung aus dem Sinne schlagen, seit sich zwei großeMächte zu beiden Seiten der Kantone gebildet hatten.Den Römern, obgleich sie von Eroberung zu Eroberungweiter schritten, begegnete doch niemals eine allzu über-legene Macht. Sie schlugen sich anfangs nur mit ihrenNachbarvölkern, wendeten sich gegen Karthago erst dann,als sie beinahe das ganze Italien beherrschten, und gegenden Osten nur mit der Streitmacht des unterjochtenWestens. Es öffnete sich die Welt vor ihnen nach undnach, wie sie vor den Kantonen sich verengte. Endlichwar durch die Reform die Eidgenossenschaft entzwei ge-brochen worden, und sollte an dieser Wunde Jahrhunderteleiden. So traf alles zusammen, die Eidgenossen aufeine neue Politik zu verweisen. Vorbei waren die he-roischen Zeiten mit ihrem Ruhme: die spätern Jahr-hunderte sind zwar nicht rühmlos geblieben; aber ihrReichthum besteht in den Lehren, die sie uns überliefern.

Zu gleicher Zeit, wie die Schweiz , trat auch die Re-form in eine neue Periode. Sie hatte mit Zerstörungbegonnen. Luther, Zwingst, Farel hatten als Vorkämpfer

L) Wenn indessen die Schweizer , anstatt Unterthanen zu machen,dieselben zur Freiheit aufgerufen hätten, wie sie es in den erstenZeiten gethan, wer weiß, wie groß ihr Werk geworden wäre?