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und die Evangelischen verpflichtet worden, an römischenFesttagen zu stiern, und mit ihren Eheftreitigkeiten vorRichtern vom alten Glauben zu erscheinen. Zm Ge-biete der Abtei St. Gallen beugte sich alles unter demKrummstab des Prälaten. Als Diethelm Blarer denAusgang der Schlacht von Kappet erfuhr, hielt er ebenProzession, um sich vom Himmel seinen Bischofssitzwieder zu erbitten: er erhob sich nun in Dankgebeten,und gedachte des Wortes seines Vorgängers Kilian,das ihn im Unglücke gestärkt hatte: daß niemals dieKirche verzweifeln dürst. Am 30. Februar 1532 hielter seinen Einzug in St. Gallen , ohne daß jemand anden Fenstern sich zeigte: es herrschte Trauer in derStadt, Freude im Kloster. Bald stellten sich indessendie Reuigen ein, und mit eben der Beweglichkeit, wo-mit die Gemeinden zur Reform übergegangen waren,kehrten sie jetzt wieder zum Katholizismus zurück: ge-rade St. Georgen, welches zuerst seine Altäre umgestürzthatte, richtete sie auch zuerst wieder auf. Die Pfarrer,die sich fast alle verheirathet hatten, nahmen das Cölibatzugleich mit der Messt wieder an. Der Abt sagte: diereformirten Städte, und St. Gallen unter meinen eigenenAugen, verweisen die Katholiken aus ihrem Gebiete;warum sollte ich Ketzer bei mir dulden? Es liegt mireben so sehr daran, als ihnen, getreue Unterthanen zuhaben. — Da sich indessen in einigen Gemeinden, wiein Rorschach , Grub und Goßau, die Mehrheit noch für
Abschiede. Zellweger, Geschichte von Appenzell III. 1. 227. —Man verfuhr mit den Reformirten, wie sie selbst im Siege ge-handelt hatten. Es zeigten beide Parteien, daß ihnen das wahreChristenthum fremd war, und daß ihr Eifer lebhafter fürAußendinge entflamme, als für die unentwsgliche Wahrheit.
VIII. Bd. Iß