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Jünglinge und Greise versammelten sich, um die Gründeder Priester und diejenigen der Prediger anzuhören; undjeder folgte seinem Gewissen oder seiner Gemüthsart.Nur wenig Boden gewann die Reform in den obernThälern, die den Quellen des Rheins nahe liegen,und an die Urner Gebirge sich anlehnen. Im ganzenübrigen Lande wurde sie angenommen, ohne daß derFriede ernstlich gestört worden wäre; denn in dieser Hei-math der Gegensätze und der Unabhängigkeit erschien dieUngleichheit des Gottesdienstes nur als eine neue Freiheitund als ein neuer Gegensatz. So kam Zu den Vorrechtender drei Bünde die erste aller Freiheiten, diejenige derGeister, welche die übrigen erst sichert und heiligt. DerGrundsatz, zu welchem die Gewalt der Dinge die gealtertenVölker nur langsam hinführt, war ohne Mühe ins Herzeines kindlichen Volkes gedrungen.
Die Verschiedenheiten, welche die Rhätier an sichtrugen, hatten keinen Einfluß auf den Geist der Unab-hängigkeit, welcher sie alle, Bekenner des alten wie desneuen Glaubens, beseelte. Als, nach dem Tode des Bi-schofs Iiegler, Lucius Zter, aus einer adeligen Familievon Chur , die bischöfliche Würde erhielt, mußte erschwören, die Gewissen frei zu lassen, und die Gesetze desVolkes zu achten; überdies sich verpflichten, die Aemternur an Landeskinder zu übertragen, das bischöfliche Gutnicht zu veräußern, und dem Gotteshausbunde, so oft esderselbe verlange, von seiner Verwaltung Rechenschaftzu geben " 2 ). Als er mit großem Gepränge in der Ver-
162) 5. Oct. 1841. Dieß sind die Grundzüge von sechs Artikeln, diebei seinem Amtsantritte jeder Bischof zu Chur beschwören mußte.Der Bischof Jter (nach Campell : in^snio magmus, oorporsxsrvus) versprach überdieß» die Verkäufe gewisser Einkünfte, dieunter dem Bischof Paul geschehen, gut zu heißen.