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dern bis zum allgemeinen Rathe. Sogleich bediente ersich dieses Rechtes, um dem, seit fünf Zähren mit demBanne belegten Berthelier wieder den Genuß des Abend-mahls zu gestatten, wenn sein Gewissen es ihm erlaube.Der Versuch war entscheidend: gehorchte Calvin, so wares um seine Herrschaft geschehen; gehorchte er nicht, sowußte der Rath, wo die größere Macht war.
Am ersten Sonntage des Herbstmonats, einem Com-munionstage, begab sich Berthelier mit Perrin und seinenFreunden nach St. Peter. Calvin bestieg die Kanzel mitdem Entschlüsse, das Sakrament nicht zu entweihen, undzeigte es mit fester Stimme an. „Lieber hundertmalsterben, als mit dieser Hand den Gottesverräthern dasAbendmahl reichen!" Berthelier wagte nicht, hervor zutreten, so daß die Feierlichkeit mit größerer Ruhe undWeihe vollzogen ward, als jemals. Nachmittags wählteCalvin die Abschiedswvrte Paulus an die Epheser zumTexte; „Zch weiß nicht," sagte er tiefbewegt, „ob nichtauch ich zum letzten Mal vor euch spreche, da die, welchedie Macht haben, mich zwingen wollen, zu thun, wasmir von Gott nicht erlaubt ist. So weit ist es gekommen,daß ich nur noch mit dem Apostel sagen kann: Zchempfehle euch Gott und dem Worte seiner Gnade!" Denfolgenden Tag schob der Rath die Vollziehung seines Be-schlusses auf, bis er sich über die Kirchenzucht bei denSchweizerstädten erkundigt hätte
Noch war diese ernste Frage nicht entschieden, als eineneue, nicht minder wichtige Erörterung die Stadt inBewegung setzte. Bolsec hatte die Prädestination be-
118) Lalvini Lpiswlso, eclit. 1576, S. 122. — Calvin an Viret,priäie riona» 5ept. — Prot. — Calvins Leben, von Beza. —Rose!, V, 52. — Newoirs rur Isr »üaires äs 1553 et 1554.