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wenn sie älter werden, auch die Wolle kürzer und daher derErtrag noch mehr geschmälert wird.
Für das Gedeihen der englischen Schafe, insbesondere der lang-wolligen, sind als Bedingungen bei ihrer Haltung durchaus anzusehen:
1) Reiche Waide entweder auf natürlichem Graslande (unsernbesten Wiesen gleichkommend) oder auf mit Gras- und Kleeartenangesäten Ackerschlägen. Wenn die Waide nicht sehr reich ist, somuß mit Wickfutter, Klee rc. Zusatz gegeben werden; währenddes Winters reichliche Fütterung mit nahrhaften Rübenartenund, wenn keine Waide stattfinden kann, mit gutem Heu;5 — 6 Pfd. Heuwerth darf wohl als tägliche Futtcrportion ange-nommen werden.
2) Freies und ungestörtes Umherwaiden und Ruhe der ein-zelnen Thiere in wohl eingefriedigten, Schutz gegen Hunde rc-gewährenden Koppeln und Aufenthalt in freier Luft, sowohl beiTag als bei Nacht, wobei zum Schutz Baumgruppen u. drg.sehr dienlich sind. Es ist den Schafen dabei sehr gedeihlich, wennnicht viele auf einmal in der Koppel sind, was übrigens nachder Größe der Koppeln bedingt ist. Es wechselt letztere von5 Morgen mit vielleicht nur 10 Schafen bis zu 50 und mehrMorgen mit 100 und mehr Schafen; mehr als 100 — 150 Schafein Einer Koppel gehört schon zu dem Ungewöhnlichen. InKlimaten, wo, wie bei uns, die Winter streng sind, ein unaus-gesetzter Aufenthalt im Freien während derselben daher nicht angeht,auch da, wo die Schafe nicht so sicher vor Hunden sind, wie inEngland, müssen ihnen dabei Stallräume zum beliebigen Aus-und Eingehen, um Schutz suchen zu können, angewiesen werden-
3) Ein Halten in Heerden oder in geschlossenen Stallun-gen, ebenso — wenn auch nur kleine — Märsche und Beun-ruhigungen sind ganz gegen die Körpcrkonstitution dieser Schafe,welche schwache Athmungsorgane verräth, und machen sie baldkümmern.