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Wenn eine solche Schafhaltung lohnend seyn soll, so kann sienur in Wirthschaften betrieben werden, welche nach englischerArt eingerichtet sind. Unter unsern gewöhnlichen Wirthschafts-verhältnissen aber kann ich sie nicht anrathen, da der Aufwanddafür nicht in gehörigem Verhältnisse stehen wird. Ganz andersaber ist die Sache anzusehen, wenn ein Stamm solcher englischerSchafe zu dem Zwecke gehalten werden will, um sie zur Paarungmit unsern Schafarten zu verwenden.
Bei der Wahl für solchen Zweck unter den bezeichneten beidenSchafraccn Englands kann man nicht lange zweifelhaft seyn:
Die langwolligen Schafe geben die größte Masse von Fleisch,während die bessere Fleischqualität der Southdowns bei uns nichtbezahlt würde; die langwolligen Schafe Englands sind unsernsogenannten deutschen Schafen in der Abstammung aus Holland nahe verwandt und daher für eine Paarung mit diesen vorzugs-weise geeignet; die durch diese Paarung zu bewerkstelligende Ver-besserung der Wolle zu guter Kammwolle darf bei unseren Ver-hältnissen sehr in Anschlag gebracht werden; auch zu einer Kreuzungmit Merinos zu Erzielung feinerer Kammwolle und um denselben^Haftfähigkeit und Körpergröße mitzutheilen taugen die langwolligenSchafe mehr als die Southdowns, welche insbesondere durch ihreunansehnliche Wolle und durch den Umstand, daß sie an Kopf undFüssen dunkelbraun sind, zur Kreuzung für unsere Zwecke weitweniger geeignet sich zeigen.
Die bekannten Veranstaltungen zu Einführung der langwol-ligen englischen Schafe in Deutschland für die Kreuzung derselbensowohl mit deutschen Schafen als auch mit Merinos, welche bereitsfür mehr als für bloße Versuche im Kleinen gelten können, legendas Paffende dieser Kreuzungen für solche Verhältnisse anden Tag, in welchen die Erzeugung von Fleisch wenig-stens eben so wichtig und einträglich ist, als die vonDolle, und wo ihnen, wennauch nicht volle englische Haltung,