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Ueber englische Landwirthschaft und deren Anwendung auf andere landwirthschaftliche Verhältnisse insbesondere Deutschlands / nach eigener Anschauung von A. von Weckherlin
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viel Fleisch und Fett geben; daher wird bei der Züchtung auffolgenden Körperbau hingearbeitet:

Feiner leichter Knochenbau des Kopfs, als Zeichen von feinemleichtem Knochengebäude; dabei aber am Kopf und Backen vollmit Fleisch und Fett bewachsen; dick und kurz im Hals; tief inBrust und Leib; stark, plump und voll im Gerippe; voll in denVierteln mit feinen niedern Beinen; seine, dünne, mit wenigseinen Haaren bewachsene Haut.

Die Qualität des Fleisches macht einen bedeutenden Unter-schied im Preise, und dieses veranlaßt dann auch bei derSchweinezucht die beiderlei Richtungen nach Menge und nachGüte des Fleisches.

Die Engländer haben es schon mit den verschiedensten Racenaus den entferntesten Gegenden versucht.

Die bessere Qualität des Fleisches für den Gaumen findenfie vorzüglich bei den kleinern Nacen. Hierzu haben sie vor einigerZeit hauptsächlich die chinesische Nace empfohlen. Jetzt aberwerden die kleinen Neapolitanischen Schweine mehr vorgezogenund an reinen chinesischen trifft man beinahe gar keine mehr an.Beide haben ähnliche Eigenschaften; an den chinesischen tadeln dieenglischen Landwirthe aber die zu großen Köpfe und das damitZusammenhängende schwerere Knochengebäude, während die Neapo-litanischen Schweine fein von Knochen sind. Das Fleisch vondiesen beiderlei Racen sey aber nur so lange gesucht, als dieSchweine jung zum Schlachten verwendet werden; so bald sie etwasülter, so herrsche bald das Fett vor, welches das Fleisch zumGenießen unangenehm mache, als Speck aber nicht so gut und so^schätzt sey, als der von andern Schweinen. Hiernach eignenbch diese Schweine nicht zu einem ordentlichen Ausmästen unddas Fleisch müsse seiner Qualität nach schon sehr gut gegenüberd°n anderem Schweinefleisch bezahlt werden, wenn die Zucht jenerSchweine-Racen vortheilhast seyn soll