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Ueber englische Landwirthschaft und deren Anwendung auf andere landwirthschaftliche Verhältnisse insbesondere Deutschlands / nach eigener Anschauung von A. von Weckherlin
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doch eine reichliche Ernährung bei unserer gewöhnlichenHaltung zu Theil werden kann."

Es wird übrigens hierbei nach den bereits gegebenen Ansichtenund Erläuterungen nicht erst noch näher ausgeführt werden dürfen,daß derjenige Stamm englischer Schafe, welcher rein gezüchtetwerden will, um daraus immer Zuchtthiere für jene Kreuzungenzu ziehen, in der Haltung so viel als nur immer möglich derenglischen annähernd behandelt werden muß.

Ueber die Wollprobcn, welche ich englischen Schafzüchternvon Schafen vorzeigte, welche bei uns aus der Kreuzung vonMerinos -Schafen mit englischen langwolligen Widdern hervor-giengen, fällten jene zwar ein sehr günstiges Urtheil, allein ihreHauptfrage war immer:

wie schwer sind die Schafe? wie hoch können sie an den

Fleischer verwerthet werden?

4. Schweinezucht.

Daß in England, wo so viel auf alle Arten von Thicrzuchtgehalten wird, und wo das Fleisch und thierische Fett einen Haupt-theil der menschlichen Nahrung ausmacht, auch in der Schweine-zucht schon viel geschehen sey, läßt sich wohl erwarten.

Es sind von England aus schon manche Schweine-Nacc»empfohlen worden.

Die Rücksichten der englischen Landwirthe gehen auch bei denForderungen an Schweine-Nacen aus den gleichen Gründen, welcheschon bei der Rindvieh- und Schafzucht angeführt worden sind, dahin:

Die Thiere müssen möglich wenig Knochen, dagegen möglich

* In einem, der Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthein Potsdam gegebenen Vortrage:Ueber die Aucht englischer Schafe unddie vortheilhafteste Schafzucht nach den verschiedenen Lokal-Verhältnissenin Deutschland " (Potsdamer Bericht, S. 348.), habe ich meine Ansichte»hierüber weiter ausgeführt, auf welche daher hier verwiesen werden darf