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1/1825 (1825) Von des Volks Ursprung / durch Johann von Müller
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76
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76 I. Buch. Sechstes Capitel.

tien und Italien vor dem äußersten Unglück bewahrethaben. Große Monarchien vergrößern sich zu eigenemUntergang; sie fallen, sobald sie niemand mehr fürchten-

Die dritte Als Constantinus , der Sohn des Constantius Chlo«Periode derrus, durch Kühnheit, Klugheit und viele EigenschaftenKriege'.'" eines Feldherrn und Parteyhauptes das wider sich selbststreikende Reich vereiniget, und ihm der Verfall veraltenter Grundfesten vor Augen war, beschloß er alles neu zn

> machen, verließ die Götter und Rom , und was in Ver-waltung und Vertheidigung deS Kaiserthums fehlerhaftschien. Constantinus hatte einen großen Plan, aber dieHerstellung wahrer Macht, auf allgemeine große Tugend

* gegründet, war schon so unmöglich, als die Auferwcckung

eines Todten durch menschliche Kraft. Vielleicht verfehlteder Kaiser einige Mittel; noch gewisser wurde der neuePlan zu seiner Zeit schlecht unterstützt und nach ihm ver-säumt oder verlassen, weil seine Söhne, im Hoflebenerzogen, schwache Regenten wurden; die Bischöfe kanntendas Christenthum nicht, niemand kannte das Reich; Ju-. lian, voll des Alterthums, dem er weit vertrauter war

als dem Geiste seiner Zeit, versuchte die Herstellung, Läu-terung und Veredlung der vorigen Religion, aber nie-

> wand bauet fest auf einen vermoderten Grund. Längerals dreyhundert Jahre hatten die Kaiser nach Formen,die aus der alten Republik brauchbar schienen, regiert' ^Nachdem der Alken starker Geist nebst ihrem Andenken zu-letzt erloschen, arbeiteten Constantin und Julian verschie-dentlich, der Planlosigkeit abzuhelfen; ein wankenderPlan ist der verderblichste: ihre Nachfolger hatten jederkaum Verstand genug für die Noth seiner Zeit.

Die Teutschen Waffen hakten unter Cvnstantin keinenFortgang. Auch Coustans sein Sohn regierte hier nichtunglücklich. Vieles ist in diesen Geschichten dunkel, weil

irs) Bis aus Diokletianus; freylich nahm es vor ihm ab.