' Geschichte der Schweiz . 676
auch was daS Alterthum von Räubern dcS DelphischenTempels erzählt*'").
Nämlich als in der Noth um Ulrich vou Güttingen,viele Zierden, mit welchen sein Vorführer die Kirche ge«schmückt, um ein Fünftel des Werthes verkauft worden'waren, ergriff der von Schuekenburg, ein Conveiitberr,den großen Kelch, siebenzig Mark Silber und eine MarkGold schwer, worin schon Wein zu Erlösungsblut ge.weihet würden war; diesen brachte er hervor und gabihn dem Ritter Walther von Elggau, denselben an Ju-den zu verkaufen; als die Juden sich des Kaufs nichtgekrauten, brach Herr Walther den Kelch und verkaufteihnen die Stücken. In denselbigen Tagen trug sich zu,daß der ganze Conoent von unbekanntem Gottesschrek«kcn in das Chor eng zusammengetrieben wurde, undSchuekenburg, vom Gewissen gemartert, schnell siarb,als er zur Messe gieng; es begegnete / daß Herr Walih-raus großem Reichthum in kurzen Jahren durch seinenSchwiegersohn Hartmann von Balbcgk in Dürftigkeitkam und sein ganzes Haus untergieng; endlich nachdemdem Abt Ulrich von König Rudolfen der Verkauf derHerrschaft Grüningen abgenölhiget, Jttingen genom.wen, und Ulrich von Namschwag, ein gewaltthangerMann, zum Kastvogt seines unmittelbaren Stifts auf-gedrungen worden war, starb auch er, in Unmukh, nieerkannt von der Hälfte seines Volks*''). Wo jederfurchtbar ist, muß etwas heilig seyn.
Der Abt Rumbold Rum von Ramstein * r'd), einMann ohne eigenen Rath, welcher den schlechtesten amehesten wählte, und größere Verweser nur in Aufwandnachahmte, dem er zu arm war, machte seine Freunde
L5v) O/'o/r. §/'s. u. xvl.
25t) Tschudi, 127 ! — "'S da Ulrich starb.»Lid) Unser Herr Abt Roume; Urk.