97
zwingen, Maßregeln zu seiner Vertheidigung zu ergreifen,die dem letzter« selbst zuwider seien. Keiner von den Prin-zen aber bezeugte eine innigere Theilnahme an der Wohlfahrtund Selbststandigkeit der Schweiz als der Erzherzog Johann .Sein für Naturschönheit und Sitteneinfalt empfänglichesGemüth war mit inniger Freundschaft für die Schweiz er-füllt und seine politischen Ansichten stimmten mit seinenGefühlen überein. Noch sah er die Wunden bluten, die derletzte Krieg ihr geschlagen, und wünschte, daß sie ihr nichterneuert werden möchten ^°).
Die Hauptsache war nunmehr, vom Kaiser der Fran-zosen die Anerkennung der Neutralität zu erhalten, die manunter mannigfaltigen Vvrwänden theils verweigerte, theilszu verschieben trachtete. Mehr Erfolg, als von der Ver-wendung ihres Ministers in Paris , erwartete die Tagsatzungvon der Sendung einer Abordnung. Mit republikanischerSelbstverläugnung übernahm d'Affry diese schwierige Sen-dung^), wobei er sich den so eben zurückgekehrten Gluzbeigesellte. Er sollte bei dem Kaiser seine eigne Ausschließungvon der Oberfeldherrnstelle entschuldigen, die Wahl desGenerals von Wattenwyl rechtfertigen und endlich die durchVerweigerung einer Unterstützung in Geld verursachte Er-bitterung beschwichtigen; Frankreich hatte sie angeboten, um
SO) Müller von Mühlegg, schweizerischer Geschäftsträger in Wien , anden Landammann Gluz, 3t. Aug u. 7. Sept. I80S. Man hatein Bündchen französischer Briefe des Erzherzogs Johann an denGeschichtschreiber Johannes von Müller herausgegeben (Johann,Erzherzog von Oesterreich . 48 Briefe an Johann von Müller.Schaff!,. 1848- 8.1 Die Liebe des Erzherzogs für die Schweiz zeigt sich in denselben in liebenswürdiger Weise. Die Tugenden,welche die Schweizer stets in diesem Fürsten bewundert haben. sinddie nämlichen, welche ihm die Verweserschaft der kurzen EinheitDeutschlands erwarben.
St) Abschied von 1805, a. X; Mutach IH, 40.
Bd. XV.
7